16-köpfiges OSV-Rekordteam in Rijeka

29. November 2008, 21:21
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OSV-Ass Rogan zieht Training Kurzbahn-EM vor - Wolf 3. "Rookie", Janistyn auch dabei - 15 OSV-Rekorde bei Ströck-Qualifying

Wien - Zehn Herren und sechs Damen bilden das österreichische Schwimm-Team für die Kurzbahn-Europameisterschaften vom 11. bis 14. Dezember in Rijeka. Zum Abschluss des Ströck-Qualifyings im Wiener Stadthallenbad kamen noch Bernhard Wolf und Florian Janistyn zum Aufgebot dazu, zudem wurde der in den USA studierende Hunor Mate nominiert. Auch Markus Rogan hatte sich auch qualifiziert, der Weltrekordler verzichtete aber auf ein EM-Antreten.

Der 26-Jährige stellte am Sonntag seine neuen Sprint-Fähigkeiten doch noch unter Beweis, nachdem er am Freitag über 50 m Rücken wegen einer zu langen Tauchphase disqualifiziert worden war. In 22,57 Sekunden stellte der Wiener über 50 m Kraul die am 15. März 2002 von Daniel Schmollinger fixierte österreichische Bestzeit ein. "Das ist mein erster Rekord", spielte Rogan auf seine nach Olympia begonnene "neue Karriere" an.

Unmittelbar nach dem Rennen hatte der Triple-Europameister noch nicht über sein EM-Antreten entschieden, schließlich entschied er sich aber dagegen. "Ich nutze die Zeit lieber, um weiter zu trainieren und besser zu werden", meinte Rogan nach einem Gespräch mit seinem Trainer Paul Eder. Der Olympia-Vierte hätte sich bei den Titelkämpfen in Kroatien aber durchaus eine Medaille im Rückensprint zugetraut.

Bernhard Wolf und Florian Janistyn denken freilich nicht daran, auf ihr EM-Ticket zu verzichten. Vor allem für Wolf ist es ein toller Erfolg, der 20-jährige Wiener hat sich wie die 23-jährige Tirolerin Verena Klocker und der 25-jährige Erwin Dokter erstmals für ein Großereignis der allgemeinen Klasse qualifiziert. 1:57,54 Minuten als Vorlaufschnellster über 200 m Delfin reichten Wolf, um um 7/100 Sekunden unter dem EM-Hoffnungsträgerlimit zu bleiben.

Janistyn schließlich stieß in der Final-Session zum Team dazu, das aber ohne Diskussionen. In 3:45,55 Minuten unterbot der Niederösterreicher über 400 m Kraul die geforderte Norm um 2,39 Sekunden und musste sich im Finale Dominik Koll lediglich um 3/100 geschlagen geben. In diesem Rennen sorgte zudem der 14-jährige Steirer Christian Scherübl in 4:00,73 für einen nationalen Schüler-Rekord.

Während Jördis Steinegger über diese Strecke in der Siegerzeit von 4:05,99 Minuten ihre starke Form bestätigte, entwickelte sich das Damen-Finale über 200 m Delfin zum Höhepunkt der Session. Birgit Koschischek drückte den vor fast acht Jahren von Petra Zahrl bei deren EM-Bronzelauf in Valencia fixierten OSV-Rekord um 1,75 Sekunden auf 2:07,54 und schlug dabei ex aequo als Siegerin mit der US-Langbahn-Vizeweltmeisterin Kim Vandenberg an.

"Mit dieser Zeit habe ich überhaupt nicht gerechnet", meinte Koschischek erfreut, nachdem sie ihre fünfte nationale Bestleistung im Rahmen dieses Meetings fixiert hatte. Damit war die 21-Jährige die erfolgreichste Teilnehmerin, über ihr EM-Antreten über die lange Delfinstrecke war sie sich aber noch gar nicht sicher. Nina Dittrich wurde im Finale in 2:11,23 Minuten Dritte, die 18-Jährige sieht über ihre Hauptstrecke für die EM noch Steigerungspotenzial.

Die 200 m Delfin der Herren sicherte sich Dinko Jukic, er verfehlte seinen OSV-Rekord in 1:53,24 um nur 26/100. "Ich bin mit meinen Leistungen bei diesem Meeting sehr zufrieden", sagte der 19-Jährige, "und denke, dass ich bei der EM auf meinen Strecken (Anm.: 200 und 400 m Lagen, 200 m Delfin) im Vorderfeld landen kann." Wolf bestätigte als Zweiter in 1:57,87 seine Vorlaufzeit, der 16-jährige Jakub Maly schwamm in 2:02,21 OSV-Jugend-Rekord.

Mirna Jukic feierte gleich zwei Siege. Über 50 m Brust schlug die 22-Jährige in 31,17 Sekunden an, über 100 m Lagen sorgte die Olympia-Dritte in 1:01,59 Minuten für den 15. und letzten OSV-Rekord bei diesem dreitägigen Event, wobei sie um 34/100 schneller war als vor einem Jahr an gleicher Stelle. Das Herren-Finale über 100 m Lagen sicherte sich der Slowene Peter Mankoc in 53,22, der Grazer Martin Spitzer wurde in 55,22 Zweiter.

Im Kraulsprint verzichtete die Vorlaufschnellste Fabienne Nadarajah wegen einer Verkühlung auf ein Final-Antreten, Klocker wurde schließlich in 25,80 Sekunden 9/100 hinter der Slowenin Nina Sovinek Zweite. Pech hatten hingegen Thomas Narnhofer und Stefan Wipplinger. Das Duo blieb im Brust-Sprint in 27,97 bzw. 28,04 nur um 6/100 bzw. 13/100 über der geforderten Norm. Narnhofer verpasste schon zum fünften Mal ein EM-Limit um 7/100 oder weniger.

Bei den Titelkämpfen in Kroatien wird ein OSV-Rekordaufgebot für Kurzbahn-Europameisterschaften am Start sein. 2004 in Wien waren es 14 Aktive, 2007 in Debrecen 13. Bei den Langbahn-Europameisterschaften 2006 in Budapest waren wie nun in Rijeka ebenfalls 16 OSV-Athleten am Start, 2008 in Eindhoven 15. ~

Österreichisches Team für die Kurzbahn-EM in Rijeka (11.-14.12.): Herren (10): Dinko Jukic (SC Austria Wien), Sebastian Stoss, Maxim Podoprigora (beide Eisenstädter SU), Hunor Mate (SC Theresianum), Florian Janistyn (SG Wiener Neustadt), Dominik Koll (SK Voest Linz), Dominik Dür (SV Vöcklabruck), Bernhard Wolf (SU Wien), Erwin Dokter (SV Wörthersee), Martin Spitzer (USC Graz) Damen (6): Mirna Jukic (SC Austria Wien), Fabienne Nadarajah (SVS Niederösterreich), Birgit Koschischek (Eisenstädter SU), Nina Dittrich, Jördis Steinegger (beide ASV Linz), Verena Klocker (SC Innsbruck) (APA)

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