Karbon scheitert vier Tore vor Ziel

29. November 2008, 19:05
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Südtirolerin bringt Halbzeitführung im Aspen-RTL nicht ins Ziel - Überraschungssieg an Französin Tessa Worley - Görgl hinter der Finnin Poutiainen Dritte

Aspen - Wie die Abfahrt der Herren in Lake Louise hat auch der Riesentorlauf der Damen am Samstag in Aspen ein Überraschungsergebnis gebracht. Die junge Französin Tessa Worley (19) feierte in Colorado bei schwierigen Bedingungen und Schneefall 0,28 Sekunden vor Tanja Poutiainen (FIN) und 0,71 vor der Österreicherin Elisabeth Görgl ihren ersten Weltcupsieg und beendete damit eine neunjährige Riesentorlauf-Durststrecke für Frankreichs Skidamen. Lindsey Vonn (USA) wurde starke Vierte.

Das Rennen war nach einem Wintereinbruch im Nobelskiort bei großteils dichtem Schneefall geprägt von zahlreichen Stürzen. Während die Italienerin Chiara Costazza (Knöchel) sowie die Spanierin Maria Jose Rienda Contreras (Knie) auf der eisharten Kunstschneepiste dabei Verletzungen erlitten, kam Nicole Hosp nach einem Einfädler und einem Sturz mit einer Muskelzerrung im Kniebereich davon. Über den Slalomstart der Aspen-Vorjahressiegerin wird erst unmittelbar vor dem Rennen entschieden.

Hosp ohne schwere Verletzung

Der weitere längere Ausfall einer Spitzenläuferin nach Marlies Schild wäre ganz schlimm für das ÖSV-Damenteam gewesen. "Es ist aber nicht so schlimm, keine Knieverletzung im klassischen Sinn", gab auch ÖSV-Teamärztin Alexandra Reimann nach einer MRI-Untersuchung der Tirolerin im Krankenhaus Entwarnung. Hosp war sich aber zunächst selbst höchst unsicher, ob sie am Sonntag starten kann. "Das Knie tut weh, aber das ist zu verschmerzen. Ein Slalom-Start muss freilich auch Sinn machen."

Für Österreichs Ski-Damen rettete Görgl den Tag und das bei Extrem-Bedingungen gefahrene Rennen. Die Steirerin, die ihre beiden Weltcupsiege ebenfalls im Riesentorlauf gefeiert hat, war nach dem ersten Lauf Zweite. Am Ende war sie aber auch mit Platz drei zufrieden, weil Halbzeit-Leaderin Denise Karbon nach einem schweren Fehler nur 15. wurde. "Das war Glück, sonst wäre ich Vierte geworden", gestand Görgl, die nach dem Rennen oberhalb von 2.500 m Seehöhe ebenfalls fix und fertig war. "Unten bin ich ziemlich blau gegangen, aber ich habe gekämpft und die Anweisungen der Trainer gut umgesetzt."

Nichts oder nicht viel zu holen war diesmal für Österreichs Sölden-Heldinnen. Andrea Fischbacher schied aus, Sölden-Siegerin und Kontaktlinsen-Trägerin Kathrin Zettel musste sich diesmal mit Platz fünf zufriedengeben. Die Niederösterreicherin hatte im ersten Lauf den neuen Doppeldecker probiert, griff im zweiten aber wieder zum Sölden-Ski.

"Brutal schwer"

"Es wäre aber auch so nicht viel mehr drin gewesen. Es war unheimlich schwierig zu fahren, hart und eisig. Man musst von oben bis unten kämpfen, es war brutal schwer", schnaufte de Göstlingerin im Ziel. Am Sonntag im Slalom hofft sie auf zwei konstante Läufe. "Und dass ich punktemäßig endlich anschreibe."

Völlig aus dem Häuschen war Worley. Im erst zwölften Weltcuprennen bedeutete der Tochter eines Australiers, die bisher über Platz fünf nicht hinausgekommen war, der erste Podiumsplatz gleich auch den Sieg. "Ich war eine Woche hier, ich habe gut trainiert und mich gut eingestellt. Ich weiß aber auch nicht, wie das heute genau funktioniert hat", sagte die nur 1,57 m große Französin. "Das bedeutet sehr viel für mich."

Ähnlich empfand es auch Ski-Frankreich. Den bis Samstag letzten Damensieg im Riesentorlauf hatte Regine Cavagnoud im November 1999 in Copper Mountain gefeiert. Der letzte Weltcupsieg der Französinnen überhaupt liegt auch schon fast drei Jahre zurück. Im Jänner 2005 gewann Ingrid Jacquemod die Abfahrt in Santa Caterina. (APA)

 

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    Denise Karbon im Blindflug.

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