Porsche wehrt sich gegen Kritik an Milliardengeschäften mit VW-Aktien

29. November 2008, 16:24
7 Postings

Finanzvorstand Härter weist Vorwurf der Kursmanipulation zurück

Frankfurt am Main - Der Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche hat sich gegen Kritik an den lukrativen Geschäften mit VW-Aktien gewehrt. "Wir sind kein Hedgefonds, keine Zocker, keine Spekulanten", sagte Finanzvorstand Holger Härter der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Vorwürfe der Kursmanipulation seien unhaltbar. "Das ist Unsinn."

Der Sportwagenhersteller hatte im vergangenen Geschäftsjahr mit cleveren Aktiengeschäften bei der Volkswagen-Übernahme einen Rekordgewinn erzielt. Das Konzernergebnis vor Steuern stieg um rund 3 Milliarden Euro auf 8,57 Milliarden Euro.

"Dafür können wir nichts"

Der Finanzvorstand sagte mit Blick auf Verluste von Spekulanten weiter: "Wer auf sinkende VW-Kurse gewettet hat, tat das nicht aufgrund von Fakten, sondern aufgrund des eigenen Urteils, dafür können wir nichts." Es habe festgestanden, dass Porsche die Mehrheit wolle. "Jeder wusste, dass das Land Niedersachsen 20 Prozent hält und der Markt irgendwann eng wird. Das hätten die Leerverkäufer wissen müssen. Ohne die Leerverkäufer hätte es keine Turbulenzen gegeben, alle hätten gewonnen."

Bei Porsche hat sich laut Härter keine Bank gemeldet, die auf Rache oder Schadenersatz sinnt. "Ich weiß auch nicht, welche Banken betroffen sind", sagte er der Zeitung zufolge. Auch zum Milliardär Adolf Merckle, der einen dreistelligen Millionenbetrag mit VW-Aktien verloren hat, habe es keinen Kontakt gegeben. Das Magazin "Der Spiegel" meldete, verschiedene Anwaltskanzleien stellten Material für Schadenersatzklagen gegen Porsche zusammen. Sie arbeiteten im Auftrag von Hedgefonds, die mit Spekulationen auf fallende VW-Kurse mehrere Milliarden Euro verloren hätten.

Auf die Frage, wann Porsche den VW-Anteil auf 50 Prozent aufstockt, antwortete Härter: "Vielleicht noch in diesem Jahr, mit höherer Wahrscheinlichkeit Anfang nächsten Jahres." Auch Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte am Mittwoch gesagt, angesichts des wirtschaftlichen Umfeldes werde es "zunehmend unwahrscheinlicher, dass wir dieses Ziel noch in diesem Kalenderjahr erreichen können oder werden". (APA/AP)

 

Share if you care.