Mysteriöse Serie von Morden an jungen Frauen

29. November 2008, 16:10
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Bisher mindestens sieben Opfer - Alle durch Kopfschüsse getötet und am Straßenrand abgelegt

Moskau - Eine rätselhafte Serie von Morden an jungen Frauen hat in der russischen Konfliktregion Tschetschenien mindestens das siebente Opfer gefordert. Am Samstag sei ein 18-jähriges Mädchen aus der Hauptstadt Grosny, das durch einen Schuss in den Kopf getötet worden war, in der Nähe eines Dorfes gefunden worden, teilte die Staatsanwaltschaft im Nordkaukasus nach Angaben der Agentur Interfax mit.

Über die Umstände des Verbrechens gab es keine näheren Angaben. Zuvor waren im Raum Grosny am Rand verschiedener Straßen die Leichen von sechs Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren entdeckt worden. Auch sie kamen durch Kopfschüsse ums Leben.

Leichen "zur Warnung" liegengelassen

Die Boulevardzeitung "Moskowski Komsomolez" berichtete am Samstag von inoffiziell sogar acht Toten. Die Täter ließen die Leichen "wie zur Mahnung" so liegen, dass sie leicht gefunden würden. Das Blatt kritisierte die Justizbehörden für den "schnell" geäußerten Verdacht, es handle sich bei den Opfern um Prostituierte. Es entstehe der Eindruck, dass die Morde mit "geheimer Billigung" der Ordnungskräfte verübt würden, mutmaßte die Zeitung.

Nach Jahren des Krieges ist die Teilrepublik Tschetschenien nach Kremlangaben seit längerem befriedet. Menschenrechtler hingegen berichten weiter von Gewalt an der Zivilbevölkerung, darunter Folter und Entführungen. Sie bezichtigen sowohl Rebellengruppen als auch Milizen der kremltreuen tschetschenischen Führung unter Präsident Ramsan Kadyrow. Erst am Samstag starben in der Region Grosny mindestens zwei Rebellen bei einem Feuergefecht mit Ordnungskräften. (APA/dpa)

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