Präsident beklagt Korruption der Ordnungskräfte

29. November 2008, 14:13
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Studie: Die Hälfte von 55.000 überprüften Polizisten ist unzuverlässig

Mexiko - Der mexikanische Präsident Felipe Calderon hat die Korruption in den Reihen der Polizei als großes Hindernis im Kampf gegen das organisierte Verbrechen bezeichnet. Um die Kriminalität zu stoppen, müsse zunächst "das eigene Haus gesäubert" werden, sagte Calderón am Freitag nach einem Treffen mit dem Nationalen Sicherheitsrat des Landes. Um den Krieg gegen das Verbrechen zu gewinnen, brauche das Land "ehrliche und vertrauenswürdige" Polizeibehörden.

Ein von der Regierung in Auftrag gegebener Bericht hatte ergeben, dass fast die Hälfte von 55.000 überprüften Polizisten unzuverlässig sind. In den vergangenen Monaten waren mehrere hochrangige Drogenfahnder und Polizeioffiziere wegen Korruptionsverdachts festgenommen worden.

Der seit zwei Jahren amtierende Calderón hatte den Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität zu einem Schwerpunkt seiner Präsidentschaft erklärt. Mittlerweise sind dafür mehr als 40.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, allerdings mit wenig Erfolg. Im nördlichen Teilstaat Chihuahua wurden nach Behördenangaben allein am Freitag 26 Menschen getötet, darunter zwei zwölf und 14 Jahre alte Mädchen. Allein 25 Menschen starben in Ciudad Juárez. In der Stadt an der Nordgrenze Mexikos sitzen die einflussreichen Drogenkartelle, die um die Lieferrouten Richtung USA kämpfen.

Allein in diesem Jahr wurden in Ciudad Juárez mehr als 1.300 Menschen getötet. Die Grenzstadt gegenüber von El Paso im US-Staat Texas hat damit die höchste Mordrate in Mexiko. Insgesamt starben bei mutmaßlichen Auseinandersetzungen von Drogengangs in dem lateinamerikanischen Land in diesem Jahr schon mehr als 4.000 Menschen. (APA)

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    Fernando Rivera Hernandez und Miguel Colorado Gonzalez wurden am 27. Oktober verhaftet. Die Mitarbeiter der Sondereinheit zur Bekämpfung der Organisierten Verbrechens hatten das Beltran-Leyva-Kartell vor Razzien gewarnt.

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