Zivile Opfer bei Militäroperationen sorgen zunehmend für Unmut

28. November 2008, 22:02
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Hunderte Taliban greifen Militärkonvoi an: 16 Soldaten verschleppt

Kabul Zivile Opfer bei Militäroperationen in Afghanistan sorgen zunehmend für Unmut in der Bevölkerung. Präsident Hamid Karzai hat die internationalen Truppen im Land bereits mehrfach aufgefordert, Militäraktionen zu meiden, die zum Tod von Zivilisten führen könnten. Insgesamt starben seit Jahresbeginn in Afghanistan bei Kämpfen und Anschlägen mehr als 4000 Menschen, die meisten davon Aufständische. 

Bei Kämpfen zwischen Taliban und Regierungssoldaten im Westen Afghanistans sind nach offiziellen Angaben vom Freitag etwa 30 Aufständische und bis zu 13 Regierungssoldaten ums Leben gekommen. Hunderte Talibankämpfer hatten den Konvoi am Donnerstag in der Provinz Badghis angegriffen. Bei den anschließenden stundenlangen Kämpfen seien sieben Soldaten getötet worden, sagte der regionale Kommandant der Armee. Der Gouverneur der Provinz sprach hingegen von 13 getöteten Soldaten. Die Extremisten sollen bis zu 16 Soldaten verschleppt haben.

In Kabul wurde am Freitag ein afghanischer Jugendlicher getötet, vier weitere Zivilisten wurden verletzt, als britische Soldaten das Feuer auf ein afghanisches Fahrzeug eröffneten, das sich ihrem Kontrollpunkt näherte. Der Kabuler Polizeichef General Mohammad Ayoub Salangi sprach von einem "Missverständnis". Im Anschluss gingen hunderte wütende Einwohner in einem Protestmarsch auf die Straße. (APA/dpa)

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