Die Koalition beim Wort genommen

28. November 2008, 20:42
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Der Vergleich des aktuellen Regierungsübereinkommens mit dem der letzten Regierung zeigt erhellende Differenzen und Gemeinsamkeiten - Von Christian Fleck

Seit Sonntagabend mühen sich Interpreten und Kommentatoren, das Regierungsübereinkommen zu deuten, das Werner Faymann und Josef Pröll an diesem Abend geschlossen haben.

Meine hermeneutischen Anstrengungen stießen rasch an die Grenze der Ermüdung, weshalb ich mich eines technischen Hilfsmittels erinnerte, über das ich kürzlich im Internet stolperte: Wordle ist ein von Jonathan Feinberg ins Netz gestelltes Spielzeug, das die Wörter eines beliebigen Dokuments zählt und in eine Grafik verwandelt. Je häufiger ein Wort im Text vorkommt, desto größer erscheint es in der Abbildung.

Der Vergleich des aktuellen Regierungsübereinkommens mit dem der letzten Regierung zeigt erhellende Differenzen und Gemeinsamkeiten. Die neue Koalition konzentriert sich sprachlich auf wenige Wörter. „Ausbau“, „Verbesserung“, „sollen“ und „Ziel“ sind kleiner, doch mit „Maßnahmen“ haben wir künftig stärker zu rechnen, und auch von der „Bundesregierung“ werden wir in den kommenden Monaten und vielleicht sogar Jahren mehr zu hören bekommen. Das ist doch schon was. (Christian Fleck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.11.2008)

Der Autor ist Soziologe an der Uni Graz.

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