Terror in Indien: Pakistans Führung im Eck

28. November 2008, 20:06
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Pakistan ist ein Staat im Dauerzustand des Verleugnens - Von Markus Bernath

Für Pakistans politische Führung wird es wieder einmal eng. Ähnlich wie die Anschläge in den USA im September 2001 könnte nun auch der Terrorangriff auf Mumbai zu einem Wendepunkt für das Land werden. Bewahrheitet sich die Spur, die von der indischen Finanzmetropole zurück ins muslimische Nachbarland zu führen scheint, dann stehen Präsident und Regierung in Islamabad mit dem Rücken zur Wand.

Nach 9/11 setzte Washington dem damaligen pakistanischen Staatschef Pervez Musharraf die Pistole an die Brust. Pakistans Bruch mit den Taliban war nur eine Sache von Tagen, der Schwenk ins Lager der internationalen Antiterrorkoalition bald eine ausgemachte Sache.

Sieben Jahre später ist Pakistan in einer noch viel schwächeren Position: finanziell abgebrannt und mit einer Armee, die im Grenzgebiet zu Afghanistan im Krieg versunken ist. Forderungen vom alten Feind Indien, endlich nachweisbar im landeseigenen Terroristen-Milieu durchzugreifen, hätte die Führung in Islamabad jetzt wenig entgegenzusetzen.

Doch Pakistan ist ein Staat im Dauerzustand des Verleugnens: keine größeren Probleme mit Islamisten als anderswo auf der Welt, keine Nebenregierung des Geheimdienstes, kein Verkauf von Nukleartechnologie, alles im Grunde im Griff. Und, bitte sehr, keine billige Politisierung nach Terroranschlägen wie jenen in Mumbai, wie Außenminister Mahmud Kureshi nun den Indern empfahl. Hand in Hand will die pakistanische Regierung vielmehr mit Indien den islamistischen Terror bekämpfen, der beide Länder trifft. Die Aufklärung des Angriffs auf Mumbai wäre schon einmal ein erster Schritt.

 

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