Verlust könnte auf fast 500 Millionen Euro explodieren

28. November 2008, 17:42
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Wertberichtigungen als Hauptursache, besonders davon betroffen sind Langstreckenmaschinen

Wien - Die AUA hat am Freitag ihre dritte Gewinnwarnung im laufenden Jahr ausgeschickt. Rechnete die Fluglinie im Oktober noch mit 100 bis 125 Mio. Euro Verlust, könnten es nun an die 500 Mio. Euro werden. Allerdings bedeute die Blutspur in der Bilanz "keinerlei Beeinträchtigung im Verkaufsfinale" , betonte die AUA.

Hauptursache des explodierenden Minus sind hohe Wertberichtigungen, die von Experten allerdings schon seit Monaten thematisiert werden. Die Wertminderungen werden laut Aussendung mit 240 bis 290 Mio. Euro im Ergebnis nach Steuern zu Buche schlagen. Davon werden 150 bis 200 Millionen von Flugzeugen verursacht, die wegen der rückläufigen Passagierzahlen abgeschrieben werden müssen. Manche Beobachter rechnen noch mit höheren Berichtigungen, hat die Fluglinie die Flotte doch mit satten 1,8 Milliarden Euro in den Büchern stehen. Das entspricht rund einem Drittel des gesamten Vermögens. Viel hängt in diesem Zusammenhang von der weiteren Dollar-Entwicklung ab. Die AUA kalkulierte im Halbjahresbericht mit 1,54 Dollar zum Euro. Derzeit liegt der Wechselkurs bei rund 1,30 Dollar.

Wertpapierverluste

Betroffen von den Abwertungen sind insbesondere die Maschinen der Langstrecke. Hier fliegt die AUA mit vier Boeing 777 und sechs des Typs 767. Sollte die EU-Kommission die Pläne zum Verkauf der österreichischen Fluglinie an die Lufthansa durchkreuzen, müssten die zehn Maschinen aus dem Verkehr gezogen werden. Davon wären wiederum die kleineren Flugzeuge betroffen, die auch als Zubringer für die Langstrecke fungieren.

Weitere rund 90 Millionen an Wertberichtigungen betreffen Steuerabgrenzungsposten, die nicht näher erklärt wurden. Sollte für Wertpapierkursverluste wegen der Marktlage "erfolgswirksam vorgesorgt" werden müssen, würde sich der Jahresverlust "um weitere rund 60 Mio. Euro erhöhen" . Dazu kommen mehr als 100 Millionen Euro aus dem operativen Geschäft. (as, APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29./30.11.2008)

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