Influenza: Bis zu zehn Prozent erkranken

28. November 2008, 15:13
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Neues Experten-Statement zur 'echten Grippe': Propagierung höherer Durchimpfungsrate - Wen es erwischt, der gehört ins Bett

Wien - Influenza 2008/2009: Die Krankheitswelle wird Österreich mit absoluter Sicherheit auch in diesem Winter treffen. Bis zu zehn Prozent der Erwachsenen und bis zu 15 Prozent der Kinder erkranken jährlich. Das stellen jetzt führende österreichische Experten in einem neuen Konsensus-Papier zu Influenza und "Vogelgrippe" beziehungsweise Influenza-Pandemie fest. Sie propagieren die vorbeugende Impfung. Die Welle erreicht Österreich meist im Jänner.

Echte Grippe

Influenza ("echte Grippe") ist eine akute Infektionserkrankung der Atemwege mit potenziell schwerem Verlauf und vor allem bei gefährdeten Personen (Kinder, Ältere, chronisch Kranke) erhöhtem Risiko für ernste Komplikationen. Saisonale Influenza-Epidemien treten nahezu jährlich während der Wintermonate auf und betreffen etwa fünf bis zehn Prozent der Erwachsenen und bis zu 15 Prozent der Kinder.

Die Autoren des Österreichischen Impfplans (2008) schätzen die jährliche influenzabedingte Übersterblichkeit österreichweit auf mehr als 1.000 Personen", heißt es in dem Papier, an dem unter anderen der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze, die Wiener Virologin Theresia Popow-Kraup und der Infektionsexperte Christoph Wenisch (Kaiser-Franz-Josef Spital) sowie der Generaldirektor für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, Hubert Hrabcik, mitgearbeitet haben.

"Zu geringe Durchimpfungsrate"

Die Experten: "In Österreich liegen die aktuellen Durchimpfungsraten bei Erwachsenen knapp über zehn Prozent, in der Altersgruppe ab 60 Jahren bei rund 30 Prozent. Die empfohlene Durchimpfungsrate liege bei 70 Prozent.

Laut dem österreichischen Impfplan sollten Kinder ab dem sechsten Lebensmonat, Personen ab dem 50. Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene mit chronischen Erkrankungen, alle Angehörigen der Gesundheitsberufe, Betreuungspersonen in Spitälern, Altersheimen und im Haushalt, Personal mit "häufigen Publikumskontakten" und Reisende in Gegenden, wo die Influenza gerade grassiert, immunisiert sein.

Ab ins Bett

Wen es erwischt, der gehört jedenfalls ins Bett. Erstens, damit er die Krankheit wirklich ausheilt und zweitens, damit er nicht viele andere Menschen infiziert. Das Positionspapier der Experten: "Dazu

sollten Influenza-Patienten im infektiösen Stadium Bettruhe einhalten und insbesondere ihren Wohnbereich nicht verlassen." Auch die Ärzte selbst gehen nicht mit gutem Beispiel voran: Weil in der Influenza-Saison 2007/2008 nur 22 Prozent der österreichischen Ärzte gegen die Influenza geimpft waren, bedeuteten sie als potenzielle Überträger der Erkrankung ein hohes Risiko.

Medikamente

Seit einigen Jahren stehen mit den Substanzen Zanamivir ("Relenza") und Oseltamivir ("Tamiflu") zwei Arzneimitetl zur Verfügung, die ursächlich gegen die Influenza-Viren wirken. In der
halben Dosis können sie als eine Art Prophylaxe eingenommen werden, wobei das primäre Mittel zur Influenza-Verhütung immer die Impfung bleiben wird. Als Präventionsmaßnahme wird der Gebrauch

bei Personen empfohlen, die besonders gefährdet sind und eine Impfung nicht vertragen. Man kann durch die Einnahme eventuell auch die Zeit bis zum Eintreten des Immunschutzes nach der Impfung (14 Tage) überbrücken. (APA/red)

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    Die Grippewelle erreicht Österreich meist im Jänner. Im Unterschied zum grippalen Infekt tritt die echte Grippe (Influenza) sehr plötzlich auf.

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