ORF-Publikumsrat-Studie zeigt Bedarf nach mehr EU-Berichterstattung

28. November 2008, 15:12
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Kratschmar: "ORF muss mehr für europäische Öffentlichkeit in Österreich tun"

ORF-Publikumsrat hat am Freitag im Rahmen des Studientages zum Thema "Europa und der ORF" eine Studie zur Europaberichterstattung des ORF vorgestellt. Demnach informieren sich die meisten Österreicher über EU-Themen vornehmlich über das Fernsehen, nämlich zu 84 Prozent. Zu 52 Prozent nehmen sie ihr Wissen aus Tageszeitungen und das Radio trägt 36 Prozent an EU-Wissen bei. 51 Prozent der Befragten sprachen sich für mehr Europainformation in den Nachrichtensendungen des ORF aus und rund ein Drittel plädierte sogar für eine eigene Europasendung.

Im Rahmen der Studie wurden im Oktober bzw. November diesen Jahres rund 1.000 Österreicher ab 15 Jahren befragt. Nur jeder Fünfte gab an, mit der aktuellen Information im ORF zum Thema EU sehr zufrieden zu sein. Konkret wünschen sich die Zuseher mehr Information über EU-Maßnahmen zur Bewältigung der internationalen Wirtschaftskrise, Berichte über die Erfolge und Vorteile der EU und über EU-Verträge, hieß es. 14 Prozent gaben an, an Europathemen "sehr stark interessiert" zu sein, immerhin fast jeder vierte bezeichnete sich als "stark interessiert".

Für den Vorsitzenden des Programmausschusses im ORF-Publikumsrat, Andreas Kratschmar, ist klar, dass "der ORF mehr für europäische Öffentlichkeit in Österreich tun" muss. "Ich bin nicht zufrieden mit der Auskunft von manchen Verantwortungsträgern im ORF, das Thema Europa sei ein Ausschaltimpuls für das Publikum, und daher widme man sich dem Thema nicht stärker." Es gehe nicht um PR-Kampagnen für Europa im ORF, es geht um eine verstärkte journalistische Auseinandersetzung mit der EU, so Kratschmar. (APA)

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