"Heimat, fremde Heimat": Wochenrhythmus soll abgeschafft werden

28. November 2008 13:37

Volksgruppen-Sendung des ORF soll in Monatsmagazin umgewandelt werden - Protestplattform im Internet

Wien - Im ORF gibt es derzeit Überlegungen, das Sonntags-Magazin "Heimat, fremde Heimat" in ein monatliches Format umzuwandeln. Das Magazin, das sich an Menschen mit Migrationshintergrund richtet, bleibe "in jedem Fall erhalten, in welcher Form und Häufigkeit ist noch nicht klar", so ORF-Kommunikationschef Pius Strobl. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, die Überlegungen gehen "in alle Richtungen".

Protest

Bei diversen MigrantInnenvereinen stößt dies auf schärfsten Protest. "Für die Minderheiten und Migranten ist diese Sendung von besonderer Bedeutung, 'Heimat, fremde Heimat' hat in den letzten zwei Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt des Landes geleistet und auch die Mehrheitsbevölkerung über sogenannte Minderheitenthemen informiert", so Marjan Pipp, Präsident des Österreichischen Volksgruppenzentrums, in einer Aussendung.

"Erst kürzlich ist der ORF auf Druck des Europarates und erfolgreicher Publikumsbeschwerden angehalten worden, mehr muttersprachliche Sendungen auszustrahlen. Wir werden eine Kürzung von 'Heimat fremde Heimat' deshalb nicht hinnehmen", so Pipp.

Dies sei ein Versuch, die Sendung "schleichend abzudrehen", vermutet SOS Mitmensch in einer Aussendung. Damit würden auch die Bemühungen, den MigrantInnen-Anteil im gesamten ORF zu heben, "um Jahre zurückgeworfen": RedakteurInnen, die in den letzten Jahren den Sprung in die verschiedenen Redaktionen geschafft haben, kämen zum Großteil aus der "Heimat, fremde HEimat"-Redaktion, so SOS Mitmensch.

Studie

Laut Strobl könnte statt des Sonntags-Magazins ein anderes Format kommen, das sich an die Zielgruppe der Migranten richtet. In einer Studie erhebe der ORF derzeit, "welche Angebote wir setzen müssen, um Menschen mit Migrationshintergrund besser zu erreichen". Erst vor wenigen Wochen hat der ORF Überlegungen bestätigt, die "Wochenschau", die zeitgleich in Gebärdensprache übersetzt wird, abzuschaffen. "Heimat, fremde Heimat" hatte am vergangenen Sonntag ab 13.30 Uhr 115.000 Zuseher, die "Wochenschau", die zuvor zu sehen war, verfolgten 159.000 Österreicher.

Auf einer Internetplattform können Interessierte derzeit gegen die Abschaffung der Sendung protestieren. (red, APA)

Kommentar posten
13 Postings
grandia
29.12.2008 12:23
heimat fremde heimat ...

das krawotische format ist noch lächerlicher und peinlicher als das ausländerformat ...

da sprechen 70 leute in einem land eine merkwürdige und aussterbende sprache und die bekommen gleich eine eigene sendung?!

eine frechheit sowas!

wenn schon - dann beide streichen! und als erstes die krawoten aussm fernseher verjogn!

zum glück gibts ja OKTO-TV ...

fahrenheit 451
05.12.2008 13:00
also dagegen hab ich etwas

heimat fremde heimat soll zumindest für die in österreich anerkannten minderheiten im wöchentlichen rythmus ausgestrahlt werden.

Blaubeer
04.12.2008 11:05
Na ich bin gespannt

was diese neuerliche "Reform" des ORF (auch wenn es gar keine Reform ist) uns diesmal bringt. Noch wage ich zu hoffen.

Annie K.
01.12.2008 18:13

ich weiss nicht, wie oft die sendung sein soll, aber so, wie sie ist, kann sie nicht bleiben. diese elendigfade berichterstattung über gute menschen mit migrationshintergrund treffen gute menschen, die hier geboren sind und deren eltern hier schon andere wieder vertrieben haben, ist nicht mehr auszuhalten. ich plädiere an dieser stelle vor allem dafür, die themen nicht in diese sendung abzuschieben, genauso wenig im übrigen wie die moderatorInnen mit migrationshintergrund.
das format, ich muss es wiederholen, ist - in der aktuellen form - zum steeerben langweilig

Beste Expertin
05.12.2008 19:17
Dazu noch dieser Moderator, der immer "Gesundheit" wünscht.

Als ob jemand genießt hätte.

Leser für die Leserin
01.12.2008 10:00
Jetzt müssen einige Redakteure

den Augustin verkaufen

Chayeen
01.12.2008 00:17
Welche Angebote wir setzen müssen, um Menschen mit Migrationshintergrund besser zu

fragt sich der ORF Kommunikationschef:

Antwort: eine Sendung von Menschen mit Migrationshinterund für Migraten (wie HFH), damit sie in Fragen zur Integration etc. ein Sprachrohr haben.
Dies sollte in einem demokratischen Land überhaupt nicht zur Diskussion stehen.

---------------------------------------------
In den Mainstreammedien vermisst man bis dato ohnehin Personen mit Migrationshintergrund. Wenn jetzt die Sendung HFM auch noch abgeschafft wird, fragt man sich dann schon, wohin dieser Weg führt.

Anton Friesl
30.11.2008 21:32
Ist das eine Terrordrohung?

"Wir werden eine Kürzung von 'Heimat fremde Heimat' deshalb nicht hinnehmen", so Pipp.,

Eva Meyer
30.11.2008 12:23
monatlich reicht vollkommen

liebenfels
30.11.2008 12:09
Na endlich!

Zweimal jährlich hätte auch gereicht!

Chien de Pique
28.11.2008 20:46
Ich habe diese sympathische und informative

wenn auch etwas behäbig anmutende Sendung (die einen Relaunch schon vertragen könnte), eigentlich bei Gelegenheit immer ganz gerne gesehen.
Aber: Wie gut wurde sie bei MigrantInnen als der eigentlichen Zielgruppe angenommen - war sie ein Mittel, bei diesen - die vielfach muttersprachliche SAT-Programme bevorzugen - ein Interesse für den ORF zu wecken?

NegR h.c.
28.11.2008 19:21

Schande über den ORF.

debian1
28.11.2008 15:01

<sarcasm>Pfuh! Hauptsache Starmania bleibt uns erhalten!</sarcasm>

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.