Mord im Café "Cappucino": Drei Jahre Haft für Lokalbesitzer

28. November 2008, 13:28
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Der Mann soll Polizei und Justiz am Ermitteln gehindert haben

Nach mehrwöchiger Verhandlungsdauer ist im Wiener Straflandesgericht der Prozess gegen einen Lokalbesitzer zu Ende gegangen, der im Mordfall Cafe "Cappuccino" Zeugen eingeschüchtert und zu falschen Aussagen genötigt haben soll. Für den 41-jährigen Munir F. aus dem früheren Ex-Jugoslawien, der als Rotlicht-Größe gilt, gab es rein böses Erwachen: Er wurde zu drei Jahren unbedingter Haft verurteilt.

Der Schöffensenat sprach "Muki", wie er in der Szene genannt wird, wegen schwerer Erpressung, Nötigung, und Bestimmung zur Falschaussage bzw. Verleumdung schuldig. Er bekannt sich als nicht schuldig. In Berufung ging allerdings auch die Staatsanwältin: Bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren erschien ihr die verhängte Strafe zu gering, zumal "Muki" in einem anderen Verfahren zu drei Jahren verurteilt worden war.

Wilde Schießerei

Bei einer wilden Schießerei war am im Mai 2006 ein 32-jähriger Lokalbesucher ums Leben gekommen. Ein weiterer Mann wurde schwer verletzt. Auch Munir F. zählte in der bleihaltigen Nacht zu den "Cappuccino"-Gästen.

Demnach soll er nach der Schießerei Zeugen unter Druck gesetzt und damit den Tatverdacht auf einen 39-jährigen Kosovo-Albaner gelenkt haben, der schließlich als vermeintlicher Mörder in U-Haft kam. In Prozess gegen den angeblichen Schützen brach dann jedoch das von "Muki" errichtete Indiziengebäude zusammen. Die Staatsanwältin musste die Anklage zurückziehen, weil mehrere Zeugen ihre bisherigen Angaben nicht mehr aufrecht erhielten.

Nach der Enthaftung des Kosovo-Albaners soll "Muki" neuerlich damit begonnen haben, Zeugen zu "präparieren". Im Prozess präsentierte sein Verteidiger jetzt mehrere Häftlinge, die behaupteten, der Kosovo-Albaner habe ihnen gestanden, im "Cappuccino" geschossen zu haben. Diese Angaben erschienen dem Gericht jedoch unglaubwürdig. (APA)

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