Zwanzig Prozent mehr Schulpsychologen ab 2009

28. November 2008, 12:55
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Fünf-Punkte-Programm gegen Gewalt an Schulen: Mehr Aus- und Weiterbildung für Lehrer, mehr Gewaltprävention - "Bullying" kostet den Staat eine Million Euro im Jahr

Wien - Immer wieder war Gewalt an Schulen in den vergangenen Monaten Thema - ob sie sich gegen LehrerInnen oder gegen MitschülerInnen richtet. Das Bildungsministerium unter Claudia Schmied zieht die Konsequenzen: Ein Fünf-Punkte-Programm soll für das Thema sensibilisieren und Gewalt verhindern helfen."Die Lehrer können soziale Probleme nicht alleine lösen", so Bildungsministerin Claudia Schmied.

Wichtigstes Ergebnis des heutigen Gipfels, an dem neben der Bildungsministerin 600 Experten von Schulaufsicht und Schulpartnern bis zu Polizei, Schulpsychologen und Nicht-Regierungsorganisationen teilnahmen: Im kommenden Jahr soll es um 20 Prozent mehr Schulpsychologen an Österreichs Schulen geben.

Wie bedeutend das Thema ist, zeigen auch harte Fakten: Gewalttätige Schüler, sogenannte 'Bullies' verursachen langfristig hohe Kosten für den Staat. Addiert man Maßnahmen wie Pflege, Heimbetreuung, Gerichtsverfahren und Strafvollzug, kostet ein Bully den Staat über eine Million Euro. Die Lösung laut dem Psychologen Friedrich Lösel: "Kinder aus Risikofamilien sollten von der Geburt an betreut werden."

Die fünf Punkte des heute beschlossenen Pakets sind:

  • Mehr Schulpsychologen

20 Prozent mehr Schulpsychologen ab 2009. Diese Austockung ist auch im Regierungsprogramm vereinbart. Damit wären dann 180 Planstellen vorhanden.

  • Qualifizierungsoffensive in der LehrerInneausbildung

Ab dem Studienjahr 2009/2010 wird es für alle angehenden Pflichtschullehrer ein verpflichtendes Ausbildungsmodul zur Stärkung sozialer Kompetenzen geben. An den PH soll außerdem ein umfangreiches Fortbildungsangebot zur Verfügung stehen.

  • Mehr Programme gegen Gewaltprävention

An den Schulen sollen außerdem erfolgreiche Gewaltpräventionsprogramme ausgebaut werden: "Faustlos" soll als ein Programm für Volksschulen 2009 in doppelt so vielen Klassen wie jetzt zum Einsatz kommen. Das bisher auf Wien beschränkte Programm "WiSK" soll künftig an Hauptschulen und AHS-Unterstufen in ganz Österreich durchgeführt werden.

  • Verhaltensvereinbarungen an Schulen

Jede Schule soll Verhaltensvereinbarungen von Schülern, Lehrern und Eltern abschließen. Dadurch sollen "Disziplin und Respekt" in den Vordergrund gerückt werden. Derzeit gibt es solche Vereinbarungen an 50 Prozent der Standorte.

  • Jährliches Vernetzungstreffen

Das in Zukunft jährlich stattfindende Vernetzungsforum aller Partner soll dem Erfahrungs- und Wissensaustausch dienen. (az, derStandard.at, 28.11.2008)

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    Das Massaker an der finnischen Kauhajoki-Highschool war der bisher letzte Vorfall in einer Reihe von Gewalttaten an Schulen. Gewalt beginnt aber viel früher: Mit Mobbing und Bullying am Pausenhof.

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