Südkorea: 76-jährige Komapatientin darf sterben

28. November 2008, 11:55
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Gericht erlaubt passive Sterbehilfe - Patientin hätte es so gewollt

Seoul - In Südkorea hat erstmals ein Gericht einer Klage auf passive Sterbehilfe stattgegeben. Die lebenserhaltenden Maßnahmen für eine 76-jährige Patientin seien "bedeutungslos" geworden und stünden im Widerspruch zum Recht der Frau auf einen würdevollen Tod, entschied das Gericht am Freitag. Die Patientin liegt seit Februar im Koma. Ihre Angehörigen hatten Klage erhoben, nachdem sich die Ärzte geweigert hatten, die Frau sterben zu lassen.

Ihre Mutter sei immer dagegen gewesen, Menschen ohne Hoffnung auf Genesung mithilfe von Maschinen künstlich am Leben zu halten, argumentierten die Kinder der 76-Jährigen. Das Gericht erklärte, das Beatmungsgerät der Frau müsse gemäß ihrem Wunsch abgestellt werden, "wenn es bedeutungslos ist, das Leben zu verlängern". Es gebe ausreichend Hinweise darauf, dass die Patientin einen solchen Schritt wünschen würde, wenn sie sich noch selbst äußern könnte. Dem Gericht zufolge stimmten mehrere Krankenhausärzte darin überein, dass die Frau nicht mehr aus dem Koma aufwachen wird und noch drei oder vier Monate zu leben hat. (APA/AP)

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