Zimt ungeeignet für Diabetes-Therapie

28. November 2008, 11:46
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Werbeaussagen für Nahrungsergänzung nicht zutreffend - Nebenwirkungen bei längerer Einnahme nicht untersucht - Gefahr der Unterzuckerung

Bochum - Zimt ist als Nahrungsergänzung für die Behandlung von Diabetes nicht geeignet. Zwar werben manche Hersteller damit, dass ihre Zimtpräparate den Blutzuckerspiegel senkten, doch die Deutsche Diabetes-Gesellschaft (DDG) rät von einer therapiebegleitenden Einnahme ab. Die blutzuckersenkende Wirkung von Zimt sei nicht eindeutig nachgewiesen, auch seien die Nebenwirkungen einer längerfristigen Einnahme nicht untersucht, betonen die Experten.

Unklare Ergebnisse

Bisherige Studien erbrachten den Angaben zufolge kein eindeutiges Ergebnis. So habe Zimt zwar in Kombination mit Diät und Antidiabetika zu einer Blutzuckersenkung geführt, allerdings seien die Effekte unabhängig von der eingenommenen Zimtdosis gewesen. Eine weitere Studie lege den Schluss nahe, dass Zimt bei gleichzeitiger Therapie mit Antidiabetika deren blutzuckersenkende Wirkung noch verstärke. Eine dritte Studie habe hingegen keinen signifikanten Effekt von Zimt auf Blutzuckerspiegel, Insulin und Cholesterin festgestellt, erklären die Experten.

Unterzuckerung möglich

Ohne einschätzbare Wirkung von Zimt riskierten Patienten eine Unterzuckerung, warnen die Fachleute. Auch die Unbedenklichkeit von Zimt sei bisher nicht geprüft. Mögliche Folgen einer längeren Anwendung könnten Leberschäden und Tumore sein. Neben der DDG rät auch die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft von Zimtprodukten als diätetisches Lebensmittel oder zur Regulierung des Stoffwechsels ab. (APA/AP)

  • Zimt wird zur Behandlung von Diabetes beworben - die Deutsche Diabetes-Gesellschaft warnt nun vor unklaren Wirkungen
    foto: photodisc

    Zimt wird zur Behandlung von Diabetes beworben - die Deutsche Diabetes-Gesellschaft warnt nun vor unklaren Wirkungen

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