HTI mit Nettoverlust

28. November 2008, 10:33
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Nach drei Quartalen konnte die Industriebeteiligungsholding zwar ein Umsatzplus einfahren, das Nettoergebnis drehte aber mit 13,3 Millionen Euro in den roten Bereich

Wien - Die börsenotierte oberösterreichische Industriebeteiligungsholding HTI High Tech Industries AG hat in den ersten neun Monaten 2008 zwar dank Unternehmenszukäufen den Umsatz im Vergleich zur Vorjahresperiode um 37 Prozent auf 156 Mio. Euro (113,5 Mio. Euro) gesteigert, das Konzernergebnis rutschte aber mit 13,3 Mio. Euro deutlich ins Minus. In der Vorjahresperiode hatte es noch einen Gewinn von 2,2 Mio. Euro gegeben, wie das Unternehmen am Freitag ad hoc mitteilte. Auch das vierte Quartal werde keine "Entspannung der Ergebnissituation" bringen.

Die "konjunkturelle Vollbremsung der Autoindustrie" habe sich in den Geschäftsbereichen Kunststoffverarbeitung und Metallverarbeitung massiv ausgewirkt, sagte Vorstandsvorsitzender Peter Glatzmeier am Freitag zur APA. In diesem Bereich stelle sich HTI nun auf zwei Jahre Krise (2009/2010) mit 25 Prozent weniger Geschäft ein. Inzwischen sei der Anteil des automotiven Umsatzes von 80 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 45 Prozent heuer reduziert worden. Aussteigen aus dem Geschäftsbereich will Glatzmeier aber nicht. Einen "massiven Auftragsrückgang" hat HTI auch in der Fenstererzeugung. In Osteuropa seien bereits vergebene Aufträge im Wert von 12 Mio. Euro storniert worden, weil die Projekte nicht finanziert werden konnten. Im Maschinenbau gebe es hingegen noch "positive Ergebnisse".

Strukturmaßnahmen

Die Probleme hätten sich spätestens seit der Sommerpause angekündigt, sagte Glatzmeier. HTI habe darauf mit Strukturmaßnahmen reagiert. Bis Ende 2008 werden 470 Arbeitsplätze weggefallen sein, gut 300 in Österreich, 100 in der Slowakei und 70 in Deutschland. Im Schnitt hat HTI in den ersten neun Monaten 2008 1.647 (1.088) Mitarbeiter beschäftigt, der Umsatz je Mitarbeiter machte 95.000 Euro aus, nach 104.000 Euro in der Vorjahresperiode.

Die in der Weltfinanzkrise viel diskutierte "Kreditklemme" treffe sein Unternehmen nicht, sagte Glatzmeier. Seine Banken hätten sich dazu bekannt, "in der Krise Investitionen auszufinanzieren". Dazu gehört die Verlagerung der Produktion im Auto-Bereich von Liebscher in Deutschland ins österreichische Fohnsdorf, was bis Ende 2009 zu 70 neuen Arbeitsplätzen führen werde. Liebscher werde als reiner Marketing/Verkaufsstandort bestehenbleiben.

HTI hat in den ersten neun Monaten ein EBT von Minus 6,2 Mio. (plus 2,1 Mio. Euro) ausgewiesen. Das EBIT fiel auf Minus 1,1 Mio. Euro (von Plus fünf Mio. Euro). Das EBITDA ging auf 8,2 (12,1) Mio. Euro zurück. Bei einer um 57 Prozent höheren Bilanzsumme von 306,7 Mio. Euro (195,4 Mio. Euro) ging das Eigenkapital auf 39,5 (42,9) Mio. Euro zurück. Die Eigenmittelquote fiel von 22 Prozent auf 13 Prozent. Der operative Cash-Flow war mit 13,8 Mio. Euro im Minus, nach einem Plus von 7 Mio. Euro in der Vorjahresperiode. (APA)

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