RZB-Gewinn sank unter globaler Gewitterfront um ein Drittel

28. November 2008, 10:29
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RZB-Chef Walter Rothen­steiner spricht von einem "gesunden Grund­geschäft". Die "Island-Verluste" sind noch nicht in Zahlen gegossen

Wien - Die Monate Oktober und November waren für die Banker die mühsamsten seit langem. Schon nach dem 3. Quartal (per Ende September) gab es meist rückläufige Ergebnisse. Die Raiffeisen Zentralbank (RZB) musste in den ersten neun Monaten 2008 wegen der Finanzmarktkrise Abwertungen auf Wertpapiere und Finanzinstrumente von 588 Mio. Euro vornehmen. Somit war der Vorsteuergewinn mit 954 Mio. Euro um 18,2 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Der Nettogewinn (Periodenüberschuss nach Steuern und Minderheiten) sank um 32,2 Prozent auf 403 Mio. Euro.

Der Gewinn je Aktie lag Ende September bei 74,9 (Vorjahr: 116,1) Euro. Die Bilanzsumme betrug knapp 162 Mrd. (plus 17,9 Prozent).

Das Betriebsergebnis war nach neun Monaten mit 1,88 Mrd. Euro um 26 Prozent höher. RZB-Chef Walter Rothensteiner sprach von einem gesunden Grundgeschäft, die Finanzmarktkrise liege als globale Gewitterfront über den Bilanzen. "Eine Sintflut ist das nicht, die wäre nach 40 Tagen zu Ende".

In der RZB rechnet man, dass 2009 die Kreditwertberichtigungen zunehmen, wie immer, wenn die Konjunktur schlecht wird. Heuer bis September waren die Kreditvorsorgen - auch wegen Osteuropa-Vorsorgen - mit 371 Mio. Euro schon um gut 70 Prozent höher.

"Island" noch nicht beziffert

Während die RZB ihren voraussichtlichen Lehman-Abwertungsbedarf bereits mit rund 252 Mio. Euro beziffert hat, wird "Island" - abzuschreiben im jetzigen vierten Quartal - immer noch nicht beziffert. Rothensteiner sagte am Donnerstag Abend vor Journalisten, dass man in den ersten drei Quartalen einen ausreichenden Puffer aufgebaut habe. Das Ergebnis reiche nach neun Monaten aus, um das abzudecken. Dass es eine Milliarde sei, wie in der Branche spekuliert worden war, wurde entschieden dementiert. Es drohten auch keine roten Zahlen.

Weiterhin bringe Osteuropa über die börsenotierte Tochter Raiffeisen International (RI) einen überproportionalen Ergebnisbeitrag.

Die RZB, das Spitzeninstitut im Raiffeisensektor, hat sich diese Woche die Emission von bis zu 2 Milliarden Euro Partizipationskapital genehmigt, dabei soll einen Teil die Republik zeichnen. Wieviel, hängt erst von den Konditionen und einer entsprechenden EU-Einigung dazu ab. Auch der Zeitpunkt steht noch nicht fest. In den nächsten Tagen erwartet man aber Klarheit. Einen großen Brocken dieser PS-Emission sollen die Aktionäre (primär die Landesbanken) zeichnen. Generell hätte die RZB einen PS-Rahmen von 2,75 Mrd. Euro. Denn vor einigen Jahren hat sie sich PS-Emissionen für 1 Mrd. Euro genehmigen lassen und bisher nur 250 Mio. Euro davon abgerufen. (APA)

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    RZB-Chef Walter Rothensteiner zur Finanzkrise: "Eine Sintflut ist das nicht, die wäre nach 40 Tagen zu Ende".

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