Schlumberger spürt keine Krise

28. November 2008, 09:41
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Das Betriebsergebnis rutschte wegen eines Einmaleffekts mit 860.000 Euro ins Minus, im Halbjahr legte der Umsatz aber zu

Wien - Ein gutes Österreich-Geschäft und eine über den Erwartungen liegende Exportentwicklung haben dem börsenotierten Sekt- und Spirituosenhersteller Schlumberger im ersten Halbjahr 2008/09 (1.4.-30.9.2008) ein Umsatzplus von 9,8 Prozent auf 91,3 Mio. Euro gebracht. "Von der Krise spüren wir überhaupt nichts", zeigte sich Schlumberger-Chef Eduard Kranebitter auch für das Gesamtjahr zuversichtlich. Die Umsatz- und Absatzzahlen liegen auf Plan.

Das Betriebsergebnis rutschte mit -860.000 Euro im ersten Halbjahr in den roten Zahlen. Im Vorjahr lag dieser Wert bei +577.000 Euro, hier ist jedoch die Entkonsolidierung der Freihof Destillerie enthalten. Ohne diesen Einmaleffekt lag das Ebit im Vorjahr bei -1,0 Mio. Euro.

Das Weihnachts- und Silvestergeschäft habe zentrale Bedeutung für das Unternehmen, daher könnten aus den Halbjahreszahlen keine Rückschlüsse auf das Geschäftsjahr 2008/09 gezogen werden, betonte Kranebitter. Alle Investitionen fielen im ersten Halbjahr an, "die Früchte werden erst jetzt geerntet". Mit einer Eigenmittelquote von 34,3 Prozent sei Schlumberger aber gut aufgestellt, wurde betont.

Einziges Sorgenkind sei nach wie vor die Vertriebstochter Appelt, die den Verlust von zwei großen Marken noch nicht kompensieren konnte. Die Sanierungsphase laufe, Ende des nächsten Geschäftsjahres sei wieder mit einem Wachstumskurs zu rechnen.

Kranebitter ist sicher, dass Schlumberger auch künftig kein Opfer der Wirtschaftskrise wird: "Wir haben den großen Vorteil, dass es bei Spirituosen und Sekt so gut wie keine Eigenmarken gibt", sagte er und hofft, dass auch künftig beim Einkauf von Sekt für besondere Anlässe "der Preis keine Rolle spielt". Der Konsument setze hier weiter auf Markenprodukte.

Für das zweite Halbjahr habe Schlumberger "die Hausaufgaben gemacht". Die Neueinführung "Golden Dry" Ende September sei in ganz Österreich gelistet und auch in der Gastronomin überdurchschnittlich gut angenommen worden. 60 Prozent der Österreicher trinken trockenen Sekt, daher spreche die neue Marke eine besonders große Konsumentenschicht an.

Die nächste Innovation aus dem Hause Schlumberger steht laut Unternehmenschef bei Goldeck an, wo ein großer Relaunch mit neuem Design und neuer Positionierung Anfang 2009 geplant sei. Auch der Schlumberger-DOM-Linie werde überarbeitet. In der zweiten Jahreshälfte 2009 sei bei Gurktaler ein neuer Auftritt geplant.

Mit einem Umsatzplus von 14,7 Prozent ist die Wein- und Sektkellerei im ersten Halbjahr stärker als der heimische Schaumweinmarkt gewachsen, der laut AC Nielsen im Berichtszeitraum um 8,6 Prozent zulegte. Der Champagner-Umsatz stieg den Daten zufolge sogar um 19 Prozent. Zu Ende gehen dürfte der Frizzante-Boom - hier ist der Umsatz um 7,9 Prozent gesunken.

Als neuen Trend - und zur Freude für das Spirituosengeschäft - sieht Kranebitter den Einzug der "Skihüttenatmosphäre" in die Großstadt bzw. in die Getränkewelt. Kräuterspirituosen erfreuten sich zunehmender Beliebtheit, Großlokale machen Themenabende dazu und neue Lokale dahingehend eröffnen. (APA)

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