Betriebsräte wollen in Spitzelaffäre Anzeige gegen Deutsche Telekom

28. November 2008, 08:47
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Zeitung: Damit wollen sie Akteneinsicht bekommen und am anstehenden Verfahren beteiligt sein

Nach der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom wollen Betriebsräte laut einem Zeitungsbericht Strafanzeige gegen das Unternehmen erstatten. Damit wollten sie Akteneinsicht bekommen und am anstehenden Verfahren beteiligt sein, berichtete die "Frankfurter Rundschau" (Freitagausgabe). Zum Zeitpunkt der Überwachungen hätten sich die Betriebsräte stets in Auseinandersetzungen mit der Telekom befunden, sagte T-Mobile-Aufsichtsrat Ado Wilhelm dem Blatt. Die Daten hätten einen "originären Zusammenhang" mit den damaligen Auseinandersetzungen.

Umfang

Es werde immer wahrscheinlicher, dass auch E-Mails gelesen und Inhalte von Gesprächen abgehört worden seien. "Die wollten wissen, was mir machen", sagte Wilhelm. Es sei "eindeutig klar", dass versucht worden sei herauszubekommen, "wie wir uns aufstellen, den Widerstand organisieren und uns austauschen". Er selbst sei in Zeiten harter Tarifkonflikte überwacht worden, als er zentraler Arbeitskampfleiter war, sagte Wilhelm. Die Arbeitgeber seien in dieser Zeit oft sehr detailliert über bestimmte Aktionen informiert gewesen. Es sei daher schwer vorstellbar, dass bei der Spitzelei lediglich Verbindungsdaten abgeglichen worden seien.

Eingeständnis

Die Telekom hatte eingestanden, in den Jahren 2005 und 2006 Telefonverbindungen zwischen Journalisten und Aufsichtsratsmitgliedern abgeglichen zu haben, um undichte Stellen im Konzern ausfindig zu machen. Nach Angaben der Bonner Oberstaatsanwaltschaft sind mindestens 60 Personen von den Bespitzelungen betroffen. (APA)

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