Strabag baut Gewinn aus

28. November 2008, 12:13
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Der Nettogewinn ist nach neun Monaten um 56 Prozent höher, mit 14 Milliarden erreicht der Auftragsbestand einen neuen Rekordwert. Der Ausblick wurde bekräftigt

Wien - Der börsenotierte Baukonzern Strabag AG des Industriellen Hans-Peter Haselsteiner hat heuer in den ersten neun Monaten eine kräftige Gewinnsteigerung erzielt. Der Nettogewinn wuchs um 56 Prozent auf 108,7 Mio. Euro, nach Minderheitsanteilen sogar um 73 Prozent auf 114,9 Mio. Euro, gab das Unternehmen am Freitag ad-hoc bekannt. Den Ausblick 2008 bestätigte der Konzern: Es werde ein Wachstum der Bauleistung auf rund 13,3 Mrd. Euro erwartet sowie eine Erhöhung der EBIT-Marge und eine deutliche Steigerung der Netto-Marge nach Minderheiten.

Von Jänner bis September verringerte sich die EBIT-Marge leicht von 1,9 auf 1,8 Prozent, wobei das Betriebsergebnis selbst um 16 Prozent auf 148,5 Mio. Euro zugelegte. Die Netto-Marge, bezogen auf den Nettogewinn, verbesserte sich von 1,0 auf 1,3 Prozent vor und von 1,0 auf 1,4 Prozent nach Minderheiten. Das Ergebnis je Aktie erhöhte sich um 12 Prozent auf 1,01 (0,90) Euro. Am Donnerstag hatten die Strabag-Aktien um 0,44 Prozent auf 13,69 Euro nachgegeben; der Konzern war damit an der Börse mit knapp 1,6 Mrd. Euro bewertet.

Die Bauleistung betrug in den ersten neun Monaten 9,382 Mrd. Euro, ein Plus von 23 Prozent. Der konsolidierte Konzernumsatz stieg um 21 Prozent auf 8,315 Mrd. Euro an, dabei allein im 3. Quartal um 26 Prozent auf 3,537 Mrd. Euro. Der Auftragsbestand per 30.9. erreichte einen neuen Rekordwert von 13,967 Mrd. Euro, ein Zuwachs von 29 Prozent.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wuchs um 22 Prozent auf 391,4 Mio. Euro. Analysten hatten für EBITDA und EBIT einen Anstieg von etwa einem Viertel und für den Nettogewinn ein Plus von 63 Prozent erwartet. Der Mitarbeiterstand legte im Jahresabstand um 17 Prozent auf 69.106 (59.287) zu.

Wachstumskurs angesteuert

Der börsenotierte Baukonzern Strabag will auch in der Krise weiter auf Wachstumskurs bleiben: "Vorbehaltlich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung" rechnet die Strabag für das Jahr 2009 damit, Bauleistung und Umsatz zu erhöhen. Das EBIT sollte ein ähnliches Niveau wie im Geschäftsjahr 2008 aufweisen, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung des Unternehmens am Freitag.

Strabag-CEO Hans Peter Haselsteiner verweist auf den Auftragspolster von knapp 14 Mrd. Euro und zeigt sich optimistisch, dass die Finanzkrise dem Baukonzern nur wenig anhaben wird: "Das Management steht in ständigem Kontakt zu unseren Kunden, um sicherzustellen, dass sich der Auftragsbestand als nachhaltig erweist und keine laufenden Großprojekte an fehlender Finanzierung scheitern. Ich gehe davon aus, dass sich das Umfeld in den Jahren 2008 und 2009 nur wenig auf unseren Konzern auswirken wird. Ab dem Jahr 2010 wird sich zeigen, welche Bauunternehmen rasch genug auf die Finanzkrise reagiert haben. Ich bin sicher, Strabag SE wird eines davon sein."

In den ersten neun Monaten 2008 hat die Strabag die Bauleistung gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um 23 Prozent auf 9,38 Mrd. Euro gesteigert. Rund ein Drittel dieser Zunahme ist auf Deutschland und die Erstkonsolidierung der übernommenen F. Kirchhoff AG zurückzuführen. Ein deutliches Wachstum zeigten zudem Russland und Ungarn. Der konsolidierte Konzernumsatz der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2008 betrug 8,31 Mrd. Euro, eine Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum. Der Umsatz des dritten Quartals 2008 erhöhte sich um 26 Prozent auf 3,54 Mrd. Euro.

Der Auftragsbestand per Ende September 2008 erreichte einen neuen Rekordwert von 13,97 Mrd. Euro, plus 29 Prozent gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres. Der Zugang im Auftragsbestand besteht zu zwei Dritteln aus Steigerungen in Zentral- und Osteuropa, wobei zusätzliche Projekte in Höhe von rund 908 Mio. Euro in Russland und von 559 Mio. Euro in Polen generiert wurden. Nach Deutschland weist Russland mit 2,09 Mrd. Euro bereits den zweithöchsten Auftragsbestand auf, an dritter Stelle steht der österreichische Markt. An vierter Stelle steht Polen: Der Auftragsbestand von 1,11 Mrd. Euro hat sich seit dem 30.9.2007 mehr als verdoppelt.

Der Wachstumskurs beim Baukonzern ist auch beim Personalstand spürbar: Aufgrund der gestiegenen Bautätigkeit und der erfolgten Akquisitionen erhöhte sich der Mitarbeiterstand um 17 Prozent auf 69.106 Personen, darunter 44.544 Arbeiter und 24.562 Angestellte. Die höchste Steigerung war in Deutschland zu verzeichnen, gefolgt von den Wachstumsmärkten Naher Osten, Polen und Russland. (APA)

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    Der börsenotierte Baukonzern Strabag AG des Industriellen Hans-Peter Haselsteiner hat heuer in den ersten neun Monaten eine kräftige Gewinnsteigerung erzielt.

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