Interpol will bei Aufklärung der Terroranschläge unterstützen

27. November 2008, 23:02
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Israelisches Ärzteteam zur Opferbehandlung nach Bombay abgeflogen

Paris/Tel Aviv - Interpol hat Indien nach den Terroranschlägen in Bombay aufgefordert, Fingerabdrücke und DNA der getöteten oder festgenommen Täter mit den Informationen in den weltweiten Datenbanken abzugleichen. Nur so könne geklärt werden, ob ausländische Terroristen an der Tat beteiligt gewesen seien, teilte die internationale Polizeiorganisation am Donnerstag im französischen Lyon mit. Interpol kündigte zugleich an, Indien bei der Aufklärung der Terrorwelle unterstützen zu wollen. Eine von Generalsekretär Ronald K. Noble geleitete Delegation sei bereits auf dem Weg in das Land.

Bei dieser Art von koordinierten und geplanten terroristischen Attacken brauche die nationale Polizei internationale Unterstützung, ließ Noble mitteilen. Namen, Fingerabdrücke und DNA müssten über Interpol überprüft werden. Bei einer Reihe von fast zeitgleichen Angriffen an mehreren Orten in Bombay sind seit Mittwochabend nach offiziellen Angaben mindesten 125 Menschen ums Leben gekommen.

Hauptaufgabe von Interpol ist die grenzübergreifende Kriminalitätsbekämpfung. Die Organisation koordiniert die Zusammenarbeit von Polizeibehörden in rund 190 Mitgliedstaaten. Mehrere hundert Mitarbeiter aus mehr als 80 Ländern pflegen Datenbanken, in denen Informationen über DNA-Profile, Fahndungen, vermisste Personen sowie Auto- und Dokumentendiebstähle gesammelt werden.

Ärzteteam

Nach den Anschlägen in Bombay ist ein israelisches Ärzteteam in die indische Wirtschaftsmetropole abgeflogen. Wie der Sprecher des israelischen Außenministeriums Jigal Palmor am Donnerstagabend berichtete, sollen die Mediziner den indischen Rettungsdiensten bei der Behandlung der Opfer helfen. Mit am Bord der israelischen Maschine seien auch die Schwiegereltern des Rabbiners am jüdischen Chabad-Zentrum der Stadt, in dem mehrere Israelis als Geiseln gehalten werden. Das Ehepaar solle sich um das Kind des Rabbiners kümmern, das von den Geiselnehmern zusammen mit dem Kindermädchen freigelassen worden sei.

Nach Angaben des israelischen Außenministeriums wurden im ultraorthodoxen Chabad-Lubawitsch-Zentrum zwischen zehn und zwanzig Israelis als Geisel genommen, darunter der Rabbiner und seine Frau. Genaue Zahlen gebe es nicht. Erste Medienberichte über eine Freilassung von acht israelischen Geiseln wies der Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem auf Anfrage zurück. (APA/dpa)

 

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