Aus Holz, verschachtelt, unübersichtlich

27. November 2008, 19:42
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Das Fünfsternehotel Taj Mahal Palace in Mumbai ist ein dankbares Ziel für Terroristen

Das Taj Mahal Palace Hotel gilt unbestritten als Mumbais allererste Adresse. Das Fünfsternehotel liegt am südlichsten Zipfel des touristisch geprägten Stadtteils Colaba direkt vor Mumbais Wahrzeichen, dem Gateway of India.

Das exklusive Hotel ist nicht nur bei Nobeltouristen beliebt, sondern vor allem auch bei internationalen Geschäftsreisenden und Diplomaten. Die vielen Bars und Restaurants der imposanten, verschachtelten Anlage sind zudem quasi rund um die Uhr Treffpunkt auch der lokalen Business-Leute.

Der Hotelkomplex ist mit 565 Zimmern und Suiten riesig und verschachtelt. Er besteht aus zwei direkt miteinander verbundenen Bauteilen und ist über zwei Hauptlobbys und zahllose Aus- und Eingänge erschlossen. Da der älteste Bauteil aus dem Jahr 1903 stammt, sind große Teile der Innenausstattung aus Holz gearbeitet wie zum Beispiel die geräumigen, zum Teil nur künstlich beleuchteten Stiegenhäuser, was brandschutztechnisch äußerst problematisch sein dürfte.

Allein das Erdgeschoß ist mit seinen Boutiquen, Galerien, Restaurants und anderen Einrichtungen eine labyrinthische Angelegenheit, in der man auch unter normalen Bedingungen die Orientierung verlieren kann. Das Zentrum bildet ein nach allen Seiten abgeschlossener geräumiger Innenhof.

Die Zimmer und Suiten verfügen großteils über Balkone und Erker. Das Gebäude wurde zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts gewissermaßen aus Protest von einem indischen Industriellen erbaut: Man hatte ihm den Zutritt zum damals besten, jedoch britischen Haus der Stadt verwehrt. (uwo/DER STANDARD, Printausgabe, 28.11.2008)

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    Das Taj Mahal Palace Hotel stand am Donnerstag noch in Flammen. Terroristen hatten sich in dem unübersichtlichen Hotelkomplex verbarrikadiert, erst am Abend meldete die Polizei, dass die Lage in dem Gebäude unter Kontrolle sei.

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