Stadtteil: "Unreflektierte" Spezialanfertigung

27. November 2008, 19:41
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Mit stereotypen schwarzen Menschenköpfen verzierte Teller und Suppenschüsseln in der Auslage des Augarten-Porzellan-Geschäfts in der Wiener Innenstadt

Wien - Ist man bei Augarten-Porzellan rassistisch, fragte sich eine Passantin, die an der Auslage des Geschäftes in der Wiener City vorbeiging und daraufhin den STANDARD anrief. Zu sehen sind dort Teller und Suppenschüsseln, die mit stereotypen schwarzen Menschenköpfen verziert wurden. Die Werbung dazu: "Yes, we can!" Und weiter: "Individuelle Kundenwünsche in vollendeter Perfektion umgesetzt." Bei der Antirassismus-Stelle Zara verlangt man eine Änderung der Auslage. Der Kopf auf den Tellern, der "eindeutig als Dienstbote zu erkennen" sei, in Kombination mit dem Wahlslogan des künftigen US-Präsidenten Barack Obama "zeugt von unreflektiertem Geschichtsbewusstsein" , sagt Sonja Fercher von Zara. "In Amerika würde das Proteste auslösen."

Bei Augarten Porzellan sei man "weit davon entfernt rassistisch zu sein" , sagt eine Firmensprecherin. Das Service sei eine Spezialanfertigung für einen Kunden, der sogar Obama-Fan sei. (mil, DER STANDARD - Printausgabe, 28. November 2008)

  • Mangelndes Geschichtsbewusstsein oder Rassismus bei Augarten Porzellan?
    foto: standard/matthias crember

    Mangelndes Geschichtsbewusstsein oder Rassismus bei Augarten Porzellan?

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