Detroit des Ostens kommt noch davon

27. November 2008, 19:19
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Trotz der Krise der Autoindustrie steht die Slowakei - respektive die dort angesiedelten Autohersteller - noch recht gut da

Bratislava - In der Boomphase war der Terminus "Detroit des Ostens" noch als Kompliment an die Slowakei gemeint, da kein anderes Land des ehemaligen Ostblocks es geschafft hatte, sich dermaßen eindeutig als neuer Standort für die internationale Autoindustrie zu etablieren. Heute stehen die drei großen US-Autohersteller mit Hauptsitz in und um das echte Detroit vor dem Kollaps. Und für die Slowakei ist die Abhängigkeit von der Autoindustrie eine Bürde: Ein Viertel des Exportwertes des Landes stammte zuletzt aus Autowerken oder deren Zulieferern. Doch die Autoindustrie ist weltweit in der Krise, denn die Nachfrage in den Industriestaaten bricht drastisch ein, worauf mit Massenabbau von Arbeitsplätzen reagiert werden muss.

Trotzdem steht die Slowakei, respektive stehen die dort mit Werken angesiedelten Autohersteller Toyota, Kia, Peugeot-Citroën, noch recht gut da. Laut Prognosen dürfte die Gesamtjahresproduktion von einer Million Fahrzeuge im kommenden Jahr auf 800.000 zurückgehen. Aber der Einschnitt wäre schlimmer, würden die Hersteller in der Slowakei nicht tendenziell billigere Autos produzieren, die in der Krise besonders gefragt sein könnten. Deswegen hält das Land in den Prognosen bei relativ hohen BIP-Wachstumsraten. (szem, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 28.11.2008)

 

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