Bulgarien ist noch zuversichtlich

27. November 2008, 19:17
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Die Krise ist in Bulgarien schon spürbar, gute makroökonomische Bedingungen und EU-Hilfen sorgen noch für Optimismus

Im Unterschied zum Finanzsektor ist die Industrie mittlerweile aber schon stark betroffen: Die Produktion im Metallurgie-Giganten Kremikovzi und im Stahlwerk Stomana industri, in den chemischen Werken Agropolchim wurde teilweise eingestellt. Der staatliche Verkehrsbetrieb BDZ steht vor großem Stellenabbau. Dort, wo in den letzten Jahren die Wirtschaft boomte, im Bauwesen, bei Immobilien und im Tourismus, platzen nun die unproduktiven Investitionen. Dennoch glaubt man, durch das Währungsboard, die Regierungspolitik des Budgetüberschusses und die Stabilität des Bankensystems die Krise steuern zu können, sagt Dimitar Tschobanov vom Institut für Marktwirtschaft.

Sofia verlässt sich auch auf die Finanzhilfen Europas. Transparenz der Ausschreibungen bei großen Infrastrukturinvestitionen ist deshalb ein großes Thema. Wenn Bulgarien von Stagflation verschont bleibt, könne es dank des mit über vier Prozent erwarteten Wachstums 2009 weiter auf ausländische Investitionen hoffen, meint Tschobanov. Österreich ist mit über 3,5 Mrd. Euro größter Investor in Bulgarien. (dl, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 28.11.2008)

 

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