Prag arbeitet Krisenplan aus

27. November 2008, 19:07
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Die ersten Vorboten kamen Mitte September und trafen Unternehmen aus der traditionsreichen böhmischen Glas- und Porzellanindustrie

Prag - Tschechiens Wirtschaft wähnte sich trotz globaler Finanz- und Wirtschaftkrise lange als Hort der Stabilität, die Banken schienen trotz der Schwierigkeiten ihrer ausländischen Eigentümer (Erste Bank und KBC) stabil zu sein. Die Regierung setzte auf Psychologie, erhöhte die Garantien für Bankeinlagen auf 50.000 Euro und bereitete die Öffentlichkeit auf einen möglichen Rückgang des seit acht Jahren anhaltenden Wirtschaftswachstums vor - von Krise könne, so Regierungsvertreter, keine Rede sein.

Doch damit scheint jetzt Schluss zu sein. Die ersten Vorboten kamen Mitte September und trafen Unternehmen aus der traditionsreichen böhmischen Glas- und Porzellanindustrie, eine direkte Folge der gesunkenen Nachfrage in Übersee. Seither stehen zahlreiche Öfen still, einige Betriebe haben die Belegschaft bereits entlassen.

Inzwischen wurde auch die Autoindustrie von unerwarteten Auftragsstornos erfasst. Die Absatzflaute bei Tschechiens Paradeunternehmen Skoda in Mladá Boleslav, zieht auch andere Firmen aus der Zuliefererindustrie mit in den Abgrund.

Die Regierung soll gegenwärtig an einem Krisenplan arbeiten, der aber erst zum Einsatz kommen soll, falls das BIP-Wachstum 2009 unter zwei Prozent liegt. (rsr, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.11.2008)

 

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