Kroatien: Baustopp könnte Tourismus schaden

27. November 2008, 19:02

Offen ist, inwieweit der Baustopp bei der Infrastruktur den Tourismus trifft, der 18 Prozent des kroatischen BIP ausmacht

Zagreb - Bis vor kurzem haben die Regierenden die globale Finanzkrise hauptsächlich ignoriert. Vor zwei Wochen machte Regierungschef Ivo Sanader plötzlich eine Wende und kündigte drastische Sparmaßnahmen an, wobei vor allem Investitionen in neue Infrastrukturprojekte bzw. die Fertigstellung der begonnenen eingestellt oder hinausgezögert werden sollen. Die Gehälter der Beschäftigten im öffentlichen Dienst werden außerdem eingefroren. Außerdem soll es kein Weihnachtsgeld für Rentner geben, alle Ausgaben für Weihnachtsgeschenke werden reduziert. Die Öffentlichkeit verstand dies so: Sanader hätte "Weihnachtsgeschenke verboten" und den Kroaten "Weihnachten gestohlen".

Öl ins Feuer hat kürzlich Staatspräsident Stjepan Mesiæ gegossen, indem er sagte, man könnte auch bei Beerdigungen der Kriegsveteranen einsparen, was die Bevölkerung zusätzlich auf die Palme brachte.

Offen ist, inwieweit der Baustopp bei der Infrastruktur den Tourismus trifft, der 18 Prozent des kroatischen BIP ausmacht. Fachleute glauben, dass das Land in sechs bis zwölf Monaten ebenfalls in eine Rezession schlittern könnte, wenn die Einnahmen aus dem Tourismus und ausländische Investitionen ausbleiben sollten. (stm, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 28.11.2008)

 

druckenweitersagen:
saratoga 
30.11.2008 19:48
Kroatien hat enorme Auslands Schulden

Soweit mir bekannt ist, hat Kroatien ca. 80% des BIP Auslands Schulden. Das bedeutet, das die total pleite sind und niemals ihre Schulden zurück zahlen können.

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