Krise bremst russischen Boom

27. November 2008, 18:58
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Seit die Finanzkrise, die der Moskauer Börse seit Mai ein Minus von 70 Prozent bescherte, die Realwirtschaft erreicht hat, ist die Verunsicherung groß

Krise bremst russischen BoomMoskau - Wenn in Russland einmal der Wodka-Absatz zurückgeht, dann ist die Lage ernst. Anfang November waren die Lagerbestände sechs mal höher als noch vor einem Jahr, teilte der Nationale Alkoholverband mit. Seit die Finanzkrise, die der Moskauer Börse seit Mai ein Minus von 70 Prozent bescherte, die Realwirtschaft erreicht hat, ist die Verunsicherung groß.

Besonders stark sind die Banken, die Baufirmen, die Immobilienentwickler und die Einzelhändler betroffen. Die Weltbank erwartet, dass sich das Wachstum 2009 auf drei Prozent halbiert. Sorgen machen Prognosen, wonach nächstes Jahr bis zu 1,5 Millionen Russen ihren Job verlieren könnte. Die Regierung hat schon mal vorsorglich das Arbeitslosengeld auf 4900 Rubel (145 Euro) erhöht.

Laut Dietmar Fellner, der seit 1. November Handelsdelegierter in Moskau ist, sind die österreichischen Unternehmen vorsichtiger geworden. Einige Firmen hätten bereits Probleme, Forderungen von ihren russischen Partnern einzutreiben. Der Baustoffkonzern Wienerberger zieht erste Konsequenzen und legt die Expansionspläne auf Eis. Die Raiffeisenbank ist bei der Kreditvergabe vorsichtiger. Nur der Baukonzern Strabag spürt noch keine Auswirkungen. Der Auftragsbestand liegt bei 2,7 Milliarden Euro. (ved, DER STANDARD; Print-Ausgabe, 28.11.2008)

 

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