Politiktheorie

27. November 2008, 18:46
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Reinhold Lopatka passte ausgezeichnet zum Sport und in die Finanzverwaltung. Die globale Finanzkrise und Österreichs Sinnkrise führen vor Augen, wie Experten scheitern

Haben also die Kollegen von der Wirtschaft die nächsten Jahre das Privileg, die E-Mail mit den Terminen für die Kalenderwoche XY des HStS Reinhold Lopatka zu löschen. Schade, denn wer sie öffnet, erblickt so Juwelen wie in KW 48, wo UHStS beim ÖVP Bundesparteitag in Wels (APA JA), beim BAKIP Maturaball in Hartberg (APA JA) und beim Handball Interwetten Cup Österreich - Ägypten in Graz (APA JA) die Republik nach vorn brachte.

Da Lopatka mit Sicherheit die Grundrechnungsarten beherrscht und als studierter Jurist und Kirchenrechtler über einen geschulten Gerechtigkeitssinn verfügt, passt er ausgezeichnet zum Sport und in die Finanzverwaltung. In beiden Kernbereichen des Staates geht es um die faire Behandlung der Helden, seien es Olympioniken oder Banker. Nicht Aufsicht ist gefragt, sondern Absicht. Kein Zögern darf die Koalitionsparteien mehr behindern, Zugreifen ist angesagt. Die globale Finanzkrise und Österreichs Sinnkrise führen drastisch vor Augen, wie Experten scheitern. Die Zeit verlangt nach neuen Lösungen. Theologen und Bauern sollen über die Steuern wachen, und die WM-Titel werden von Wachtmeistern besorgt. Sollte dieser pragmatische Reformansatz wider Erwarten scheitern, wird es wirklich eng. Dann bleibt nur mehr der Ausweg, es wieder mit Politik zu versuchen. Keine Angst, noch ist in Europa kein Anzeichen davon zu sehen. Und das Beispiel der USA zeigt, dass erst alles kaputtgehen muss, bevor die Politik einsetzen kann. Zum Glück geht es Österreich viel zu gut. (Johann Skocek, DER STANDARD, Printausgabe, 28. November 2008)

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