RSO: Ausgliederung "sobald wie möglich" nach Stiftungsratsbeschluss

27. November 2008, 16:45
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Betriebsrat: Kein Spareffekt, sondern existenzielle Bedrohung - RSO mache nur 0,8 Prozent des ORF-Gesamtbudgets aus

Der ORF plant die Ausgliederung des Radio Symphonieorchesters "sobald wie möglich, sobald wir die Beschlüsse des Stiftungsrates haben", bestätigte Kommunikationschef Pius Strobl heute, Donnerstag. Im Orchester stößt dieses Vorhaben allerdings auf scharfe Ablehnung. "Wir sehen keinen Spareffekt, sondern eher eine existenzielle Bedrohung", erklärte der Betriebsrat Bernhard Ziegler heute gegenüber der APA. Noch sei nichts fix, ein Grundsatzbeschluss des Stiftungsrates stehe am 11. Dezember an.

Als Rechtsform strebt der ORF einen neu zu gründenden Verein an. "Bisher gibt es aber weder eine Kosten-Nutzen-Analyse noch konkrete Zahlen", beklagte Ziegler. "Uns soll das als bessere Rechtsform verkauft werden, um die Ertragsseite zu steigern. Darin sehen wir aber eine große Gefahr, weil wir vom Auftrag her eine Non-Profit-Organisation sind, die maximal fünf bis zehn Prozent selbst erwirtschaften kann."

Für die Qualität ihrer Leistung seien sichere Finanzen notwendig. ORF-General Alexander Wrabetz habe heute "Signale gegeben", dass der ORF bereit sei, 90 bis 95 Prozent der Finanzierung des Orchesters weiterzutragen. Derzeit mache das RSO nur 0,8 Prozent des ORF-Gesamtbudgets aus.

Statt Einsparungen fürchtet man im Orchester nach einer etwaigen Ausgliederung durch Transaktion und eigene Geschäftsführung allerdings höhere Kosten. Auch darüber, ob die teils unbefristeten Verträge der Musiker ihre Gültigkeit behalten, gebe es "unterschiedlichste Rechtsmeinungen". "Bei einer Komplettausgliederung werden Kündigungen aber sicher leichter." Angedacht seien unter anderem auch Änderungen der Arbeitszeiten im Sinne einer Flexibilisierung. (APA)

 

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