Von Jack bis Jesus Christus

27. November 2008, 16:26
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Siebentägige Retrospektive "Eyes on Klaus Kinski" im Grazer Filmzentrum im Rechbauerkino


Kein Jack The Ripper der Filmgeschichte konnte mit einem so irren Blick seine Opfer erschrecken wie Klaus Kinski 1976. Doch rückblickend wurden freilich spätere Werke wie Werner Herzogs "Fitzcarraldo" (1982) oder Herzogs "Woyzeck" -Verfilmung (1979) bedeutender für die Entstehung einer Schauspielerlegende. Der Medienverein Macguffin zeigt ab Freitag im Grazer Filmzentrum im Rechbauerkino die siebentägige Retrospektive "Eyes on Klaus Kinski" mit 14 Filmen des 1991 verstorbenen Mimen aus den 60ern, 70ern und 80ern.

Eröffnet wird mit der posthum entstandenen Dokumentation "Mein liebster Feind" über die Hassliebe zwischen Herzog und seinem Lieblingsschauspieler. Die "kreativen" Auseinandersetzungen zwischen den beiden machten auch vor gegenseitigen Morddrohungen nicht halt. Ebenso ab dem Eröffnungsabend zu sehen ist Peter Geyers "Jesus Christus Erlöser" , ein heuer entstandener Film, für den eine 1971 zum Eklat mutierte Lesung Kinskis aus dem Neuen Testament rekonstruiert wurde. Kinski wurde bei jenem Termin in der Berliner Deutschlandhalle immer wieder durch Unmutsäußerungen aus dem Publikum unterbrochen und schimpfte nicht minder erbost in ausufernden Tiraden zurück in die Menge. (cms / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.11.2008)

Graz, Filmzentrum im Rechbauerkino, (0316) 83 05 08, 28. 11. – 4. 12.

  • In Jess Francos "Jack The Ripper, der Dirnenmörder von London"  gab Klaus Kinski 1976, wie so oft, den Typus des irren Killers.
    foto: vip

    In Jess Francos "Jack The Ripper, der Dirnenmörder von London"  gab Klaus Kinski 1976, wie so oft, den Typus des irren Killers.

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