Ehemaliges Kino als Ausruhzone

27. November 2008, 15:02
posten

Mit der Kunstuniversität Linz als Teil der Kampagne "Beschallungsfrei" gegen Lärmbelästigung

Linz - Das ehemalige Linzer Centralkino wird im Rahmen von Linz09 zum "Ruhepol". Mit dem Projekt, das die Kulturhauptstadt in Zusammenarbeit mit der SPÖ Oberösterreich und der Kunstuniversität Linz verwirklicht, soll eine Zone der Stille mitten in der Stadt geschaffen werden. "Nichts ist gefährlicher für unser Gehör als die permanente Belastung durch Alltagsgeräusche, Lärm und Beschallung", erklärte Projektleiter Peter Androsch das Konzept in einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Am ersten Einkaufssamstag wird der "Ruhepol" eröffnet. Ab dann können Linzer und Besucher ein ganzes Jahr hindurch Zuflucht vor dem Trubel der Großstadt suchen - Dienstag bis Sonntag von 12.00 bis 21.00 Uhr. Das Projekt ist Teil der Kampagne "Beschallungsfrei", die sich gegen Zwangsbeglückung mit Hintergrundmusik wendet.

Architekten der Kunstuniversität haben die Räumlichkeiten des ehemaligen Lichtspieltempels umgestaltet. Warme Farben, Holz und luftige Konstruktionen dominieren. Wo früher Popcorn verkauft wurde, kann man sich nun bei einem Tässchen Tee oder einem Buch entspannen, im ehemaligen Kinosaal laden Sitzsäcke zum gemütlichen Herumlümmeln ein.

Die Räumlichkeiten wurden von der SPÖ Oberösterreich zur Verfügung gestellt, die in dem Gebäude ihre Parteizentrale hat. Mit der Lage an der Shoppingmeile Landstraße sei der "Ruhepol" für viele Menschen erlebbar, so Landesgeschäftsführer Christian Denkmaier. Da die Neuausrichtung des ehemaligen Centralkinos schon länger in Diskussion war, sei das Kooperationsprojekt "Ruhepol" eine ideale Gelegenheit, um der kulturellen Tradition der Räumlichkeiten Rechnung zu tragen und sie fortzusetzen.

Sowohl Denkmaier als auch Androsch sind zunächst unabhängig voneinander an den Architekturprofessor Roland Gnaiger herangetreten, der die Idee eines Ruheraums gleich zum Semesterprojekt für seine Studierenden machte. Der finale Entwurf von Richard Steger, Tobias Hagleitner und Gunar Wilhelm sei dann über den Sommer und Herbst umgesetzt worden, so Bauherr Denkmaier. (APA)

 

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.