"Emissionsfreie Fisch- und Gemüsezucht" im Test

27. November 2008, 16:16
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Süßwasserfische und Paradeiserpflanzen sind in einem Gewächshaus vereint

Wien - Deutsche Wissenschafter wollen Süßwasserfische und Paradeiserpflanzen in einem "fast geschlossenen Kreislauf" halten. Das Leibnitz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin hat das Wasser sparende, sogenannte "Aquaponik-System" nun präsentiert.

Ausgangspunkt für die Arbeiten ist die Erkenntnis, dass die Pflanzen für gutes Gedeihen genau jene Stoffe brauchen, welche die Fische ausscheiden und die in herkömmlichen, intensiv betriebenen Fischfarmen zum Problem werden können. "Fische brauchen regelmäßig gereinigtes Wasser, weil ihre Ausscheidungen sich im Wasser zu schädlichen Stoffen umwandeln", erklärten die IGB-Forscher.

Kreislauf

Im wahrsten Sinne des Wortes unter einem Dach - nämlich in einem Gewächshaus - haben die Forscher daher Fischhaltung und Paradeiserplantage vereint, zum Nutzen aller Beteiligten. Die Abwässer aus der Fischzucht werden nach Filterung laufend den Pflanzen zugeführt, die so komplett mit Nährstoffen versorgt werden. "Die Wurzeln der Pflanzen werden dabei direkt von dem nährstoffreichen Wasser umspült, sie brauchen keine Erde", so die Wissenschafter. Das gereinigte Wasser kommt dann wieder den Fischen zugute.

Integrierte Techniken

"Dieser Kreislauf ermöglicht eine emissionsfreie Fisch- und Gemüsezucht, der nur Fischfutter und eine extrem geringe Menge Wasser zugeführt werden", sagte Bernhard Rennert vom IGB. Damit das Aquaponik-System möglichst geschlossen und etwa auch in sehr wasserarmen Gegenden eingesetzt werden kann, haben die Wissenschafter zusätzliche Technik integriert: Kühlfallen fangen das Transpirationswasser der Paradeiserpflanzen aus der Luft auf. Eine Wärmepumpe sorgt für eine gleichmäßige Temperatur während des ganzen Jahres. Der Strom für die gesamte Anlage stammt von einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. (APA)

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