Terror und Piraterie

27. November 2008, 12:37
posten

Zusätzlich zu den seglerischen Herausfor­derungen warten für die Teilnehmer des "Rund um die Welt"-Rennens Ge­fahren der anderen Art

Cochin/Indien - Die blutige Terrorserie in Bombay (Mumbai) ist auch beim Volvo Ocean Race, dem Segelrennen rund um die Welt, ein Thema. Vor dem Ende der zweiten Etappe in Indien - die Boote werden am Sonntag erwartet - haben die Organisatoren Alarmbereitschaft und höchste Wachsamkeit gefordert. Der Etappenzielort Cochin liegt rund 1.000 km südlich von Bombay, wo Anschläge mehr als 100 Todesopfer gefordert haben. Unter den Teilnehmern beim Volvo Ocean Race befindet sich der österreichische Skipper Andreas Hanakamp (Team Russia).

Auch die Gefahren der Piraterie sind für die Segler spätestens seit der Einfahrt in asiatische Gewässer allgegenwärtig. Von Indien geht die Reise weiter nach Südostasien, dort wird man eine der gefürchtetsten Piratenzonen der Welt durchqueren müssen. In der Straße von Malakka zwischen Indonesien und Malaysia ereignen sich rund 40 Prozent der weltweiten Piratenangriffe, auch der Süden von Sri Lanka wird als höchst riskant eingestuft. Bei den richtigen Windbedingungen könnten die Jachten vor Piraten eventuell flüchten, bei wenig Wind wäre man aber gegen die Motorboote der Verbrecher chancenlos.

Im Indischen Ozean sollen auch patrouillierende Marineschiffe die Race-Teilnehmer beschützen. Um Somalia, wo u.a. der Supertanker "Sirius Star" entführt wurde, haben die Teilnehmer einen großen Bogen gemacht. "Die Gefahren der Piraterie werden sehr ernst genommen", meinten Sprecher des Volvo Ocean Race. In Cochin wird ein weiteres großes Sicherheits-Briefing zum Thema erfolgen. Waffen wollen die Crewmitglieder aber keine an Bord nehmen, so meinte etwa Kimo Worthington vom Puma-Team: "Gewalt erzeugt Gewalt." Stattdessen werde man das Rennen abbrechen, wenn man sich bedroht fühle.

Roger Nilson, der Navigator der Telefonica Black, wies zwar darauf hin, dass auf den Yachten nur sehr wenig Geld zu holen sei, "aber in den Augen der Piraten schauen die Schiffe sicher sehr attraktiv aus". Die Teilnehmer des Rennens legen in rund neun Monaten knapp 60.000 km zurück. (APA/AFP)

Share if you care.