Bombay oder Mumbai - Namensdiskussion wieder aktuell

27. November 2008, 11:27
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Umbenennung im Jahr 1995 - Mumbai international anerkannt, aber Bombay parallel in Gebrauch

Bombay (Mumbai)/Wien - Durch die verheerenden Terroranschläge in Indien rückt die Diskussion um die Bezeichnung der Hauptstadt des Unionsstaates Maharashtra neu in den Mittelpunkt.

Bombay wurde im Jahr 1995 vom Stadtrat in Mumbai umbenannt, was international als offizielle Bezeichnung der Millionenstadt anerkannt ist. Im Alltag aber ist der Name Bombay noch gebräuchlich.

Namensgeberin für Mumbai ist die Hindu-Göttin Mumbadevi. Und am eifrigsten wird der neue Name denn auch von den Hindu-Nationalisten in Indien vertreten, die zwar nicht mehr landesweit an der Regierung sind, aber weiterhin großen Einfluss haben. Ende der 90er Jahre gingen Anhänger der nationalistischen Hindu-Partei Shiv Sena durch die Straßen und schwärzten alle Schilder von Geschäften oder Schulen, die an "Bombay" festhielten und nicht zu "Mumbai" wechseln wollten.

Das höchste Gericht der Stadt trägt aber weiter den offiziellen Namen "Bombay High Court". Die Bezeichnung dieser ehrwürdigen Institution zu ändern würde einen Beschluss des nationalen Parlaments in Neu-Delhi erfordern, und dort gibt es keine Mehrheit dafür. Auch die Börse heißt weiter "Bombay Stock Exchange" (BSE). Der feine Club "Bombay Gymkhana" hat seinen Namen ebenfalls nicht geändert, gibt aber auf seiner Webseite an, dass er im Süden von Mumbai zu finden ist. Manager haben oft zwei Arten von Visitenkarten, eine mit Mumbai für offizielle Kontakte in Indien und eine mit Bombay für den internationalen Austausch.

Bombay ist aber nicht die einzige indische Großstadt, deren Name geändert oder deren Schreibweise an die örtliche Aussprache angepasst wurde. Kalkutta (englisch Calcutta) wird seit 2001 offiziell "Kolkata" geschrieben, Bangalore wurde zu "Bengaluru". Die Stadt Madras heißt nun offiziell Chennai und das frühere Kalikut (Calicut) Kozhikode. Dies führt nicht nur im internationalen Austausch zu Problemen, wie selbst der führende Politiker der Shiv-Sena-Partei, Pramod Navalkar, vergangenes Jahr einräumte: "Es fing mit den Städten an, dann ging es mit Straßen und Kreuzungen weiter. Jetzt werden selbst Straßenecken umbenannt. Alle sind verwirrt." Selbst er hat sich noch nicht an den neuen Namen gewöhnt: "Ich sage auch oft noch Bombay." (APA)

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