Spanische Delegation Anschlägen knapp entkommen

27. November 2008, 11:11
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Madrider Regionspräsidentin hinter Hotelrezeption in Deckung

Madrid - Eine Delegation von spanischen Politikern ist den Terroranschlägen in Bombay (Mumbai) knapp entgangen. Die Präsidentin der Region Madrid, Esperanza Aguirre, Gräfin Murillo, wurde im Hotel Oberoi Trident von einem Kugelhagel überrascht und ging hinter der Rezeption auf dem Boden in Deckung. Die 57-jährige Politikerin, eine der führenden Figuren der konservativen Volkspartei (PP), rief nach spanischen Presseberichten vom Donnerstag ihren Begleitern zu: "Wir müssen hier raus, sonst werden wir mit Kugeln durchsiebt!"

Aguirre konnte mit ihren Begleitern durch die Hotelküche in ein Nachbargebäude flüchten. Andere Mitglieder der spanischen Delegation versteckten sich hinter einer Kaimauer, bis sie mit Autos in Sicherheit gebracht wurden. Sieben Europaabgeordnete, unter ihnen der Deutsche Daniel Caspary, erlebten den Anschlag im Hotel "Taj Mahal". Einige von ihnen seien "im Kugelhagel" aus dem Hotel geflohen, sagte Caspary.

Eine australische Schauspielerin hatte sich mit sechs anderen Gästen in den Toiletten eingeschlossen, als in der Lobby die Schießerei ausgebrochen war. "Es war schrecklich, da ist auf den Fluren auf die Leute geschossen worden, vor den Waschräumen lag eine Leiche", berichtete die 28-jährige Brooke Satchwell, die in der Serie "Neighbours" mitspielt. Sie selbst sei in einen kleinen Schrank gekrochen, berichtete sie.

Die australische Touristin Kate Anstee (24) sei im Unterschenkel von einer Kugel getroffen, berichtete ihr Freund David Coker (23) am Donnerstag im australischen Fernsehen. Die jungen Attentäter hätten in einem Café mit Schnellfeuergewehren wahllos um sich geschossen. "Das war ein Amoklauf", sagte Coker. "Es hörte sich an, als würden Feuerwerkskörper losgehen, die Leute schrien", berichtete er.

Ein britischer Hotelgast sagte dem indischen Fernsehen, dass die Attentäter im "Taj Mahal" gezielt nach Gästen mit britischem oder amerikanischem Pass gesucht hätten. Er selbst habe entkommen können, ohne seine Staatsangehörigkeit preiszugeben. "Die Terroristen waren etwa 20 bis 25 Jahre alt. Sie trugen Jeans und T-Shirts und gaben sich sehr aggressiv", sagte er. (APA/dpa)

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