Svindal wieder zum Siegen bereit

27. November 2008, 10:54
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Norweger verlor nach Vorjahres-Sturz 17 Kilo, ist aber schon wieder in Topform - "Glaube an Chance auf Sieg"

Lake Louise - Aksel Svindal läuft derzeit mit einem ständigen Grinsen im Gesicht durch das "Teamhotel" Chateau Lake Louise. Ein Jahr nach seinem beängstigendem Sturz in Beaver Creek, nach dem der Muskelberg aus Norwegen 17 Kilo Kampfgewicht verloren hatte, strotzt der Weltcup-Gesamtsieger von 2007 schon wieder vor Kraft und Zuversicht. Svindal glaubt in Kanada sogar an die Chance, am Sonntag seinen Vorjahres-Sieg im Super-G wiederholen zu können.

Vor einem Jahr war Svindal als regierender Weltcupsieger und in Überform in die neue Saison eingestiegen. Mit Sölden und dem Super-G in Lake Louise hatte der Norweger zwei der ersten vier Saisonrennen gewonnen und war der überragende Favorit bei den Herren. Aber gleich im ersten Abfahrtstraining in Beaver Creek stürzte Svindal bei einem Sprung dann schwer. Erst Ende Februar konnte der seit kurzem in Radstadt logierende 1,95-m-Hüne aus Kjeller erstmals wieder vorsichtig Skifahren. Richtig trainiert hat Svindal erst wieder zu Ostern.

Svindal macht aber kein Hehl daraus, dass er trotzdem fast schon wieder in ähnlich guter Form ist wie vor einem Jahr. "Körperlich läuft es perfekt. Alle Testwerte sagen, dass ich gleich gut oder sogar fast besser drauf bin", erzählte der "Elch" freimütig. Auch skitechnisch passe alles, nur bei den Rennen habe es bisher noch nicht geklappt. "Levi war zu vergessen, ich kann viel besser Slalom fahren. Und auch in Sölden war ich zunächst sauer. Aber dann habe ich gesehen, dass ich unten bei den Schnellsten war. Das Tempo ist also da."

Dass er ein Positivdenker ist, hatte Svindal schon nach seinem Sturz auf der Raubvogelpiste unter Beweis gestellt. Nicht dem schwer verletzten Unterleib sondern den Zeittabellen galt seine erste Frage. "Ich hatte einen Fehler gemacht und wollte wissen warum. Ich habe aufgrund der Teilzeiten gesehen, dass ich dort sehr schnell war. Wahrscheinlich hat deshalb eine kleine Unachtsamkeit genügt."

Dass seine Rückkehr kommende Woche nach Beaver Creek unter besonderen Zeichen steht, ist Svindal bewusst. "Hier in Lake Louise bin ich noch ziemlich entspannt. Aber das erste Abfahrtstraining in Beaver wird mich sicher viel Energie kosten", gab der Norsker zu. Ans Aufgeben habe er selbst in den schmerzvollsten Momenten nie wirklich gedacht. "Vielleicht im Hinterkopf, denn in meiner Situation will man zunächst nur aus dem Krankenbett und dann aus dem Spital. Da denkt man nicht viel ans Skifahren."

Der Ehrgeiz brennt jedenfalls beim 26-Jährigen bereits wieder voll. "Einfach ist es nach einem Jahr Pause nicht. Und ich werde natürlich noch ein paar Rennen brauchen. Aber wenn man weiß, dass man vorne dabei sein kann, will man auch ganz nach oben. Und ich habe ein bisschen Geduld, allzu viel aber auch nicht", gestand Svindal schmunzelnd und legte sich deutlich fest. "Ich sehe eine Chance, schon in Lake Louise wieder zu gewinnen. Daran muss ich einfach glauben."

Selbst den neuerlichen Weltcup-Gesamtsieg schreibt Svindal nicht ab. "Wenn die Uhr läuft vergisst man, was in den vergangenen Monaten war. Natürlich habe ich nicht so gut angefangen wie vor einem Jahr. Aber der Winter ist lang und es wäre schon ein Riesenspaß, wenn ich zumindest mitkämpfen könnte." Und wenn nicht diesen Winter, dann eben im nächsten, so Svindal. "Das Wichtigste ist, dass ich gesund bin und trainieren kann." (APA)

 

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    "Da Tempo ist da." Aksel Lund Svindal will es jatzt auch bei den Rennen beweisen.

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