Krise des Chip-Herstellers Qimonda: Infineon spricht Regierung an

27. November 2008, 09:31
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Angeblich verschiedene Optionen zur Unterstützung wie Bürgschaften untersucht

In der schweren Wirtschaftskrise hat sich nach Opel mit der Infineon-Tochter Qimonda ein prominentes Unternehmen der Chipbranche an die Bundesregierung gewandt. Wie die Deutsche Presse- Agentur dpa am Mittwoch aus Branchenkreisen erfuhr, trafen sich der Chef des Qimonda-Mutterkonzerns Infineon, Peter Bauer, und Infineon- Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley mit Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU). Eine Ministeriums-Sprecherin sagte auf Anfrage: "Es werden derzeit Gespräche mit Vertretern aller Branchen geführt." Zur Situation einzelner Unternehmen wollte sie sich nicht äußern.

Mögliche Hilfen offen

Den Informationen zufolge wurde bei dem Treffen die wegen der Wirtschaftskrise verschärfte Situation von Qimonda erörtert. Es sei noch offen, wie mögliche Hilfen für das Unternehmen aussehen könnten. Es würden verschiedene Optionen durchgespielt. Dazu soll auch die Möglichkeit staatlicher Bürgschaften zählen.

In einer der dpa vorliegenden Antwort auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag schrieb das Wirtschaftsministerium, der Bundesregierung sei bekannt, dass die Situation von Qimonda schwierig sei. "Alle Beteiligten suchen derzeit nach einer Lösung. Die Bundesregierung hat schon in der Vergangenheit alles Notwendige für den Standort Dresden getan und wird dies auch in Zukunft tun."

In die Verhandlungen ist die sächsische Landesregierung eingebunden. Qimonda produziert auch in Dresden. Glos will dem Vernehmen nach demnächst mit Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sprechen. Der DAX-Konzern Infineon hält noch 77,5 Prozent an Qimonda.

Massiver Preisverfall

Qimonda hatte in den vergangenen Quartalen wegen des massiven Preisverfalls bei Speicherchips nur Verluste eingefahren und auch Infineon die Bilanz verhagelt. Infineon sucht daher seit langem nach einem Käufer für die defizitäre Tochter mit über 13.000 Beschäftigten.

Qimonda hatte bereits bekanntgegeben, 3.000 Arbeitsplätze streichen zu müssen. Rund die Hälfte davon entfällt auf Deutschland. Allein in Dresden fallen mehr als 900 Stellen weg, weitere rund 600 am Hauptsitz in München. Die Infineon-Spitze machte seinerzeit deutlich, dass das Tochterunternehmen nicht um jeden Preis erhalten werden solle.

Kauf von Inotera abgeschlossen

Unterdessen schloss Qimonda den Verkauf seiner Anteile am taiwanesischen Wettbewerber Inotera ab. Die zweite Teilzahlung über 200 Millionen US-Dollar sei eingegangen, teilte das Unternehmen mit. Qimonda hatte den Verkauf der 35,6-prozentigen Beteiligung an den US-Chiphersteller Micron Mitte Oktober bekanntgegeben. Insgesamt fließen 400 Millionen Dollar in die Kasse der Münchner. Aus dem Verkauf ergibt sich aber ein Buchverlust von 300 Millionen Euro, der noch im Ende September abgelaufenen vierten Geschäftsquartal verbucht wird. (APA/dpa)

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    Hilfe für Chipkonzern Qimonda gesucht

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