Kongress gegen sexuelle Kinder-Ausbeutung nimmt Internet ins Visier

27. November 2008, 09:16
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Königin Silvia von Schweden: Große Gefahr bekämpfen

Die zunehmende Kinder-Pornografie im Internet ist von den Teilnehmern des Dritten Weltkongresses gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern scharf angeprangert worden. "Die Eltern und die Kinder müssen sich besser auf die Risiken des Internets vorbereiten", forderte am Mittwoch im brasilianischen Rio de Janeiro die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks Unicef, Ann Veneman. Außerdem müssten "schädliche kulturelle Praktiken" ausgemerzt werden, meinte die Amerikanerin.

Große Gefahr

Auch Königin Silvia von Schweden bezeichnete die Kinderpornografie im Internet als eine große Gefahr, die bekämpft werden müsse. Die aus Heidelberg stammende Leiterin des Kinderhilfswerks "World Childhood Foundation" erklärte aber, die sexuelle Ausbeutung von Kindern habe viele Facetten, und sie alle seien "gleichermaßen schockierend".

Neue Verbrechensarten aus neuen Technologien

Die italienische Ministerin für Chancengleichheit, Mara Garfagna, betonte, es sei sehr wichtig, "dass man den neuen Verbrechensarten, die sich aus den neuen Technologien ergeben, Einhalt gebietet". Garfagna hob unter den innovativen Einrichtungen ihres Landes das Nationale Zentrum zur Bekämpfung der Kinderpornografie im Internet hervor. Diese im Innenministerium eingerichtete Behörde erstelle unter anderem schwarze Listen von Internetbenutzern. "Ich bin davon überzeugt, dass der dritte Kongress hier in Rio viele fruchtbare Anregungen zur Reflexion und zur Aktion geben wird", sagte sie.

Grenzübergreifende Kooperationen

Ein schnelleres Handeln und mehr grenzübergreifende Kooperation forderten unterdessen unter anderen die Direktorin der Arbeitsgemeinschaft ECPAT, Amihan Abueva und die irische Menschenrechtsanwältin Muireann OBrian. "Oft ist sehr leicht, die Dinge zu Papier zu bringen, aber wir müssen handeln", appellierte Abueva. Auch Brasiliens Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva hatte bereits konkrete Maßnahmen verlangt.

In Rio de Janeiro kommen bis Freitag rund 3.000 Experten sowie Regierungs- und Wirtschaftsvertreter aus 114 Ländern zusammen. Bei mehreren Foren stehen neben Themen wie Prävention, Rehabilitation, Strafverfolgung, Gefahren der sexuellen Gewalt durch das Internet auch grenzübergreifende Maßnahmen sowie internationale Vereinbarungen zur Debatte. ECPAT forderte, dass jedes Unternehmen und jede Institution Kinderschutzrichtlinien einführen sollte, um das Herunterladen von Kinderpornografie durch Mitarbeiter zu verhindern. (APA)

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