Air Berlin mit Rekordquartal

27. November 2008, 08:22
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Der Niki-Partner steigert das Ergebnis um knapp 57 Prozent und erzielt damit das bislang beste Ergebnis in der Firmengeschichte

Frankfurt - Die Fluggesellschaft Air Berlin, die an Niki Laudas Fluggesellschaft Niki mit 24 Prozent beteiligt ist, hat mit einem Gewinnsprung im dritten Quartal bei den Anlegern Vertrauen zurückgewonnen. Mit einem unerwartet hohen Ergebniszuwachs um 57 Prozent auf 89,1 Mio. Euro im Sommerquartal verhalf das Unternehmen der seit Monaten dahindümpelnden Aktie am Donnerstag zu einem Kursplus von knapp 30 Prozent.

Mit dem Verkauf der Frachttochter Leisure Cargo sowie von Flugzeugen soll die Verschuldung bis Jahresende auf unter 500 Mio. Euro von 624 Mio. Euro Ende September gesenkt werden. "Ich bin das erste Mal seit langer Zeit wieder von Air Berlin begeistert", resümierte ein Händler.

Davor hatte das Unternehmen mit zwei Gewinnwarnungen in Folge Anleger und Analysten vergrault. Um die Fluggesellschaft wieder auf Kurs zu bringen, hatte Firmenchef Joachim Hunold unrentable Strecken gestrichen, einen Einstellungsstopp verhängt und angesichts der steigenden Treibstoffpreise die Kerosinzuschläge erhöht. Das machte sich auch im traditionell ohnehin geschäftsträchtigen dritten Quartal bemerkbar. Der Gewinn stieg stärker als von Analysten erwartet um rund 43 Prozent auf 45,6 Mio. Euro, während der Umsatz um neun Prozent auf 1,062 Mrd. Euro zulegte.

Äußerst positiver Ausblick

Im Gesamtjahr erwartet Hunold weiterhin einen Umsatzanstieg auf über drei Mrd. Euro und ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Nach neun Monaten standen ein Ebit von 34,5 Milo. Euro und ein Umsatz von 2,586 Mrd. zu Buche.

Für das kommende Geschäftsjahr äußerte sich Hunold trotz der trüberen Wirtschaftsaussichten vorsichtig optimistisch. Im Einzelplatzverkauf habe Air Berlin trotz der branchenweit schwächeren Nachfrage "regen Zulauf". Auch bei den Buchungen im hauptsächlich von der Tochter LTU betriebenen Charterverkehr liege das Unternehmen für den Winter bisher im Plan.

Zusätzliche Einnahmen erhofft sich Hunold aus dem Verkauf der Frachttochter Leisure Cargo, die Air Berlin gemeinsam mit LTU übernommen hatte. Das Unternehmen mit Sitz in Düsseldorf verkauft neben Air Berlin auch Fracht an die Ferienflieger TUIfly und Condor. Zudem stellt die Fluggesellschaft ihr Ersatzteillager zur Disposition und will auf dessen Leistungen künftig nur noch als Kunde zurückgreifen. "Da könnte bis Jahresende noch einiges passieren", kündigte Finanzvorstand Ulf Hüttmeyer an. (APA/Reuters)

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