Portrait:Ökonomen-Urgestein und legendärer Notenbankchef

26. November 2008, 19:58
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Paul Volcker hat schon für fünf Präsidenten gearbeitet

Washington - Paul Volcker hat Erfahrung damit, den Karren aus dem Dreck zu ziehen: Der 81-Jährige war Chef der US-Notenbank, als die größte Volkswirtschaft der Welt in den 1970er und 80er Jahren mit enormer Inflation zu kämpfen hatte. Am Ende obsiegte er, allerdings um den Preis einer Rezession. Nun wird er Vorsitzender eines Beratergremiums des künftigen US-Präsidenten Barack Obama, das Ideen für einen Konjunkturaufschwung liefern soll.

Volcker hat fast 30 Jahre lang für die US-Regierung gearbeitet, für fünf Präsidenten: Er besetzte diverse Wirtschaftsposten unter John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson, Richard Nixon, Jimmy Carter und Ronald Reagan. Am bekanntesten wurde der Zwei-Meter-Mann als Chef der Notenbank, der er von 1979 bis 1987 vorstand. Damals bekämpfte er die ausufernde Inflation und stellte wieder eine Basis für anhaltendes Wachstum her. Allerdings waren seine Maßnahmen so radikal, dass die USA dadurch in eine Rezession rutschten. Der US-Leitzins stand damals bei 17 Prozent, derzeit ist es ein Prozent.

In Zeiten, zu denen Paul Volcker nicht in Diensten der Regierung stand, war er auch Investmentbanker, doch gesellschaftliches Engagement ist ihm deshalb nicht fremd. In den vergangenen Jahren untersuchte der Absolvent der Elite-Universitäten Princeton und Harvard die Rolle der Schweizer Banken in ihrem Umgang mit den Konten von Holocaust-Opfern, klopfte ein Programm der Vereinten Nationen, mit dem der Irak Öl im Austausch für Nahrung verkaufen durfte, auf Korruption ab und setzte sich auch für eine Arthritis-Stiftung ein. (APA/dpa)

 

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