Paris will Strahlenopfer von Atomtests entschädigen

26. November 2008, 19:47
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Soldaten und Zivilisten bei 210 Atomversuchen zwischen 1960 und 1996 ohne Strahlenschutz

Paris - Frankreich will erstmals Soldaten und Zivilisten entschädigen, die bei den 210 Atomversuchen zwischen 1960 und 1996 verstrahlt wurden und erkrankten. "Wir haben eine Liste der Krankheiten erstellt, die mit den Wirkungen der Radioaktivität verbunden sind", sagte Verteidigungsminister Herve Morin der Pariser Zeitung "Le Parisien".

Alle Opfer der Bombentests sollen ein Recht auf Entschädigung erhalten. Noch 2001 hatte die Regierung geleugnet, dass überhaupt Personen geschädigt wurden. Die Vereinigung der Veteranen der Atomversuche AVEN fordert seit Jahren Entschädigung für Strahlenopfer. Atomare Verstrahlung kann Krankheiten wie Leukämie zur Folge haben. 35 Prozent der Veteranen sollen an Krebs erkrankt sein.

Frankreich hatte 1960 die erste Atombombe unter freiem Himmel in der Sahara Algeriens gezündet. Es folgten 1961 bis 1966 unterirdische Atomversuche in Algerien. Weil die ehemalige Kolonie die Unabhängigkeit erlangte, wurden die Tests nach Polynesien verlegt. Von 1966 bis 1974 gab es 41 Versuche unter freiem Himmel, danach folgten unterirdische Zündungen bis 1996. Bei den Atomversuchen wurden Soldaten, aber auch Zivilisten teilweise ohne Schutz der Strahlung ausgesetzt. (APA/dpa)

 

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