Karzai: "Wenn wir es könnten, würden wir die Flugzeuge stoppen"

26. November 2008, 19:42
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Präsident frustriert über US-Angriffe - Wachsende Spannungen zwischen Kabul und Washington

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karzai hat sich frustriert über US-Luftangriffe auf Dörfer in Afghanistan geäußert. "Wir haben keine andere Wahl, wir haben nicht die Macht, um die Flugzeuge zu stoppen", sagte Karzai am Mittwoch vor Journalisten. "Wenn wir es könnten, würden wir die Flugzeuge stoppen und herunterholen." Die Kritik Karzais ist ein weiteres Zeichen für die wachsenden Spannungen zwischen Afghanistan und dem Westen.

In den vergangenen Wochen hat Karzai den Westen wiederholt für die sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan verantwortlich gemacht. So sei es der NATO nicht gelungen, die Rückzugsräume der Taliban- und Al-Kaida-Kämpfer in Pakistan anzugreifen. Der Krieg müsse von den afghanischen Dörfern ferngehalten werden.

In diesem Jahr sind bei Gewalttaten in Afghanistan mindestens 4000 Menschen getötet worden, rund ein Drittel von ihnen waren Zivilisten. Trotz der Anwesenheit von 65.000 ausländischen Soldaten, die die 130.000 Mann starke afghanische Armee unterstützen, sind die Taliban in ihren Hochburgen im Süden und Osten erstarkt. (APA/Reuters)

 

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