Steirische VP weiter "für Pröll, gegen Große Koalition"

26. November 2008, 18:51
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Erweiterter Landesparteivorstand brachte nur Diskussion, keine Beschlüsse - Pröll will Salzburger Landtagswahl und EU-Wahl gewinnen

Graz - Die Spitzen der steirischen ÖVP haben am Mittwochabend bei einem erweiterten Landesparteivorstand in Graz ihre ablehnende Haltung zur Großen Koalition bekräftigt, aber gleichzeitig Unterstützung für den designierten Bundesparteiobmann Josef Pröll signalisiert. Damit wurden die schon bekannten Positionen wiederholt. Landesparteiobmann und LHStv. Hermann Schützenhöfer meinte: "Für die Steiermark und die ÖVP kommt die Wahrheit danach, jetzt geht es darum, Josef Pröll beim Start nicht zu behindern".

Es werde am Mittwoch keine Beschlüsse geben, kündigte Schützenhöfer an, der die Versammlung kurz verließ, um vor die Presse zu treten. Er habe mitgeholfen, alle davon zu überzeugen, Josef Pröll am 28. November zum Bundesparteiobmann zu wählen. Aber er habe klargestellt, für Pröll zu sein sei die eine Sache, eine andere Sache sei die Große Koalition. An deren Ablehnung durch die steirische ÖVP habe sich nichts geändert.

Historische Niederlage in der Steiermark

"Die ÖVP hat die Debatte und das Diskutieren verlernt. Wir haben in der Steiermark zweieinhalb Jahre gebraucht, um eine historische Niederlage (Landtagswahl im Oktober 2005, Anm.) einigermaßen zu verdauen", sagte der steirische VP-Chef. Die Bundes-VP habe so etwas noch nicht thematisiert. Diese Koalition könne es sich jedenfalls nicht leisten, ähnlich kurz im Amt zu bleiben wie die vorherige. Auf eine Journalistenfrage, ob man denn nicht unzufrieden sei, weil kein Steirer mehr Stellvertreter des Bundesparteiobmannes sei werde, wurde Schützenhöfer volkstümlich: "Is' des a Unglück.

Pröll will Salzburg

ÖVP-Chef Josef Pröll legt seiner Partei eine hohe Latte für die kommenden Wahlgänge. Er will sowohl die EU-Wahl gewinnen als auch den Salzburger Landeshauptmann von der SPÖ zurückerobern. "Bei der Europawahl werden wir ganz klar den Anspruch stellen, Erste zu werden", sagt Pröll in den "Vorarlberger Nachrichten" (Donnerstag-Ausgabe). Für Salzburg gibt er das Ziel aus, "wieder nach vorne zu kommen". Die Salzburger Landtagswahl findet (ebenso wie die Wahl in Kärnten) im März 2009 statt, die EU-Wahl im Juni. Zuletzt lag die SPÖ in Salzburg laut Umfragen zehn Prozentpunkte vor der ÖVP. (APA)

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