Alles paletti im Schengen-Land

26. November 2008, 17:41
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Ungarn und Österreich ziehen nach einem Jahr Erweiterung positive Bilanz

Wien - Von "echten Freunden" und "guten Nachbarn" war am Dienstagabend in der ungarischen Botschaft in Wien häufig die Rede. Ein knappes Jahr nach Erweiterung des Schengen-Raumes zogen Behördenvertreter aus Österreich und Ungarn bei einer Veranstaltung der Botschaft und der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik Bilanz - und diese fiel äußerst positiv aus.
Die Zusammenarbeit bei den so genannten gemischten Streifen und im Verbindungsbüro Nickelsdorf/Hegyeshalom funktioniere bestens, sagt der burgenländische Landespolizeikommandant Nikolaus Koch. Und dies bereits seit 2006. So sind ungarische Polizisten etwa beim Nova Rock-Festival in Nickelsdorf im Einsatz, dafür unterstützen die Österreicher die ungarischen Kollegen beim Grand Prix auf dem Hungaro-Ring. "Und" , betont Koch, "wir sind auch nach dem 21. Dezember 2007 sicher geblieben" .

Die Skepsis in Österreich, ob Ungarn die Sicherheitsbedingungen überhaupt erfüllen könne, "hat uns schon ein bisschen schockiert" , erzählt Krisztina Berta, die die Konsularabteilung im ungarischen Außenministerium leitet. Mittlerweile betreut die ungarische Botschaft in Chiºinau in Moldawien Visa-Anträge für Österreich mit, dafür vertreten die Österreicher Ungarn in Dakar, Harare, Addis Abeba, Maskat und Astana in Visa-Angelegenheiten.
Bei Schlepperaufgriffen und Dokumentenfälschungen habe es im Burgenland seit dem Schengenbeitritt Ungarns deutliche Rückgänge gegeben, betont Koch. Außerdem habe sich die Form der Schlepperei geändert, ergänzt Berndt Körner, Leiter der Fremdenpolizei im Innenministerium. "Die organisierten Großschleppungen sind zum Ameisenverkehr geworden." Im Oktober gab es 38 Fälle von Schlepperei mit insgesamt 70 Menschen. Körner: "Früher hatten wir bis zu 150 illegale Grenzübertritte - und das jede Nacht."
Dass sich die österreichisch-ungarischen Probleme von früher wiederum weiter an die Schengen-Außengrenzen verlagert haben, kann Gizella Vas von der ungarischen Polizei bestätigen. So sind an der Grenze zu Serbien seit Dezember 2007 die illegalen Übertritte um 106 Prozent gestiegen. (Bettina Fernsebner-Kokert, DER STANDARD, Printausgabe, 27.11.2008)

 

  • "Die Österreicher sind unsere besten Partner" , sagt Krisztina Berta vom ungarischen Außenministerium.
    foto: andy urban, der standard

    "Die Österreicher sind unsere besten Partner" , sagt Krisztina Berta vom ungarischen Außenministerium.

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