Karadzic fordert von UNO-Tribunal Deckung von Verteidigungskosten

26. November 2008, 17:11
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Tribunal: Angeklagte, die sich selbst verteidigen, haben kein Recht darauf

Den Haag/Belgrad - Der ehemalige Präsident der bosnisch-serbischen Republik, Radovan Karadzic, hat das UNO-Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) aufgefordert, die Kosten seiner Verteidigung zu übernehmen. Er selbst würde nicht die notwendigen Finanzmittel besitzen, um die Arbeit von drei Rechtsberatern und weiteren fünf Mitgliedern seines Teams zu decken, ließ Karadzic laut Medienberichten das Gericht wissen.

Nach Angaben des Tribunalssekretariats würden die Haager Angeklagten, die sich selbst verteidigen, allerdings kein Recht darauf haben, die Verteidigungskosten durch das UNO-Tribunal decken zu lassen. Vom Tribunal dürfte in diesem Fall höchstens ein Teil der Verteidigungskosten übernommen werden. Das Tribunalssekretariat hat bis zur Feststellung der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse von Karadzic beschlossen, einen Teil der Kosten für den US-Rechtsberater Karadzic', Peter Robinson, sowie einen Ermittler zu decken.

Der im Juli nach langjähriger Flucht in Belgrad festgenommene Karadzic muss sich vor dem UNO-Tribunal wegen Genozids und anderer Kriegsverbrechen während des Bosnien-Krieges (1992-1995) verantworten. Das Gerichtsverfahren vor dem Haager Gericht dürfte im kommenden Jahr beginnen. (APA)

 

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