"Studiengebühren ohne Konzept abgeschafft"

26. November 2008, 17:06
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Der ehemalige Wissenschaftsminister Busek im STANDARD-Interview über Qualität durch Selektion

UniStandard: Wie stehen Sie zur im Regierungsprogramm fixierten Abschaffung der Studiengebühren?

Busek: Das ist ein Megadesaster. Beim Streichen der Studiengebühren steckt kein Konzept dahinter. Die Problematik eines besseren Zugangs zu den Unis liegt woanders. Da ist bei den Stipendien mehr zu tun und auch aufseiten der Information.

UniStandard: Brauchen die Universitäten mehr Geld?

Busek: Mehr Geld bedeutet nicht unbedingt mehr Qualität. Die Selektion der Lehrenden und Studierenden, die internationale Vernetzung spielt eine Rolle. Mit Geld allein ist das nicht zu machen.

UniStandard: Es gelingt am ehesten den Fachhochschulen, Bildungsaufsteiger anzusprechen. Wie könnten das Unis schaffen?

Busek: Es wäre möglich, mehr an die Fachhochschulen zu bringen, vor allem, um mehr Spielraum an den Unis zu gewinnen. Auch die Durchlässigkeit zwischen FHs und Unis muss besser sein, die ist durch die Grundeinstellung der Unis gegenüber den FHs nicht sehr gut.

UniStandard: Ist das Bildungssystem zu elitär?

Busek: Ich halte elitär für einen falschen Ausdruck. Ich glaube, dass auch nicht die entsprechende Bildungsbereitschaft existiert. (Tanja Traxler/DER STANDARD Printausgabe, 27. November 2008)

Zur Person: Erhard Busek (geb. 1941) war von 1989 bis 1994 Wissenschaftsminister. Er ist Rektor der FH Salzburg und Uni-Rat der Wiener Med-Uni.

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    Mehr Qualität sei nicht allein mit Geld zu erreichen, meint Busek.

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