Baby geschüttelt: Zehn Jahre bedingt für Tiroler

26. November 2008, 16:45
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Drei Monate altes Kind erlitt Serienrippenbrüche - Kind wird höchstwahrscheinlich an den Dauerfolgen leiden

Innsbruck - Wegen Schütteln eines drei Monate alten Babys ist ein 26-jähriger Tiroler am Mittwoch am Innsbrucker Landesgericht zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Das Kind erlitt Serienrippenbrüche und Blutergüsse. Der Hilfsarbeiter wurde wegen schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Das Urteil ist vorerst nicht rechtskräftig.

Zweimal soll es laut Anklage zu Vorfällen gekommen sein. Der junge Mann, der nicht der leibliche Vater des Buben ist, bekannte sich schuldig. Die Mutter des Kindes war außer Haus. Als das Kind zu Schreien begann,  sei er von der Situation überfordert gewesen. Er habe immer nur das Beste für den kleinen Alexander gewollt. Er gestand den Buben geschüttelt zu haben, aber nicht fest zugedrückt. Er habe ihn ganz normal gehalten, erklärte der 26-Jährige.

Kind nun bei Pflegeeltern

Die 20-jährige Mutter, die sich derzeit in Drogentherapie befindet, erklärte, dass ihr damaliger Lebensgefährte in ihrer Gegenwart immer "super" mit dem Buben umgegangen sei. Abends sei sie häufig ausgegangen, da habe er sich um ihn gekümmert. Von den Vorfällen habe ihr Lebensgefährt ihr nie etwas erzählt. Das Kind habe sich plötzlich "komisch verhalten", geschrien und Fieber bekommen, erzählte die Mutter. Daraufhin habe sie ihn ins Krankenhaus gebracht. Das Kind lebte nun bei Pflegeeltern.

Dauerfolgen

Als erschwerend wertete Richter Günther Böhler unter anderem, dass die Tat höchstwahrscheinlich Dauerfolgen für das Opfer nach sich ziehen werde. Mildernd für den Mann sei aber seine stark eingeschränkte Zurechnungsfähigkeit. Sein Verteidiger, Roland Reisch, hatte von "erheblichen mentalen Defiziten" gesprochen. Außerdem als mildernd wurde das reumütige Geständnis gewertet. Staatsanwalt Markus Knapp hatte den Tatbestand des Quälens Unmündiger angeklagt. Davon wurde der Beschuldigte im Zweifel freigesprochen. Dass der 26-Jährige den Buben tatsächlich Quälen wollte, sei nicht mehr feststellbar, sagte der Richter. (APA)

 

 

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