Ludwig Boltzmann Institut für Andrologie und Urologie begeht seinen 40er

26. November 2008, 15:21
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Wien - Nach 40 erfolgreichen Jahren feiert das Ludwig Boltzmann Institut für Andrologie und Urologie am Freitag in Wien sein Bestehen mit einer Tagung zum Thema "Extrauniversitäre Forschung - Finanzierung". Es geht darum, welchen Stellenwert die unabhängige Wissenschaft hat und wie es mit den Karriereaussichten steht.

Heinz Pflüger, Leiter des Instituts sowie Abteilungsvorstand der Urologie des KH Hietzing, leitet das Institut seit 1991: "Fünf Mitglieder unserer Abteilung haben eine Postdoc Graduierung erreicht. Das ist nach meiner Überzeugung das wertvollste Produkt eines kleinen Instituts". Doch auch im Bereich klinischer Studien konnte das LBI punkten, etwa Studien zur Photodynamischen Diagnostik des Harnblasenkarzinoms; heute weltweiter Standard. Dann gab es Studien zur Inkrustation bzw. deren Verhinderung von Kathetern im Harntrakt, so wie Studien zur Diagnostik und Therapie der Interstitiellen Cystistis und zum Harnblasenersatz bei der Frau.

Seit der Reform der Ludwig Boltzmann Gesellschaft 2005 gehört das Institut dem Cluster Urologie an und kooperiert mit dem Ludwig Boltzmann Institut zur Erforschung von Prostataerkrankungen an der Medizinischen Universität Wien. An den Studien nehmen Mitarbeiter der Klinik für Urologie und Mitarbeiter der Urologie des KH Hietzing teil. Finanziert werden die Studien aus dem Budget der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und aus Drittmitteln beider Abteilungen.

Pflüger befürchtet für die Zukunft allerdings die finanzielle Erschwernis extrauniversitärer Forschung, was einen gravierenden Nachteil für die Karrieremöglichkeit junger Wissenschafter bedeutete: "Forschung außerhalb der Universitäten ist notwendig. Unser Produkt sind nicht vermarktbare industrielle Endprodukte, sondern Wissenschafter, die für Führungspositionen in Wissenschaftsbetrieben geeignet sind. Die Forschungspolitik sollte dazu ein klares Bekenntnis abgeben". (APA)

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